US-Steuerstreit: Abzug beim Bonus

Die von den USA gebüsste Bank Leumi packt fehlbare Ex-Führungskräfte da, wo es richtig weh tut – bei den Boni. Eine davon betroffene Person sass im Verwaltungsrat der Schweizer Niederlassung des israelischen Instituts.

Nicht weniger als 400 Millionen Dollar Busse zahlte die israelische Bank Leumi Ende letzten Jahres an die US-Behörden im Zusammenhang mit der Betreuung von unversteuerten Geldern amerikanischer Kunden.

Besonders im Fokus stand dabei der Schweiz-Ableger der israelischen Bank, deren Privatkundengeschäft im Sommer 2014 von der Bank Julius Bär übernommen wurde. Auf die Kategorie-1-Bank Leumi (Schweiz) entfielen denn auch 157 Millionen Dollar von der Gesamtbusse.

Nun müssen auch die damaligen verantwortlichen Manager für das Fehlverhalten der Bank Busse tun. Und das in klingender Münze.

Rückzahlung trotzt Unschuldsbekundung

Ein von der Bank Leumi einberufenes unabhängiges Komitee verlangte nämlich vom ehemaligen Verwaltungsrats-Präsidenten Eitan Raff, vom Private-Banking-Chef Zvi Itskovich sowie von Ex-CEO Galia Maor (Bild) die Rückgabe eines Teils ihrer Boni, wie die Tageszeitung «The Times of Israel» am Mittwoch schrieb.

Ganze 1,3 Millionen Dollar soll das Trio zurückzahlen. Das sind 11 Prozent der Boni, welche die Topkader während den Jahren 2002 bis 2010 bezogen hatten.

Obwohl sich die drei verantwortlichen Manager kein Fehlverhalten eingestehen wollten, willigten sie dennoch auf die Rückzahlung ein – «um den Fall endlich zu bereinigen», wie sie in einem gemeinsamen Statement mitteilten. 

Viele Jahre an der Spitze von Bank Leumi Schweiz 

Maor war 17 Jahre lang bis 2012 an der Spitze des Unternehmens. Von 1996 bis 2008 präsidierte sie überdies den Verwaltungsrat der Leumi Private Bank Schweiz.

Damit ist Maor bislang die einzige Top-Führungskraft einer Schweizer Bank, die einen Teil ihres Bonus zurückgegeben hat.

Andere in der Schusslinie stehende Manger von Schweizer Finanzinstituten wie der frühere UBS-Wealth-Management-Chef Raoul Weil oder Hansruedi Schumacher, der seinen Vorgesetzten Weil angeschwärzt hatte, sahen ihren Lohn unangetastet.

Verfahren noch im Gange

Auch Hans Rudolf Matter musste keine Saläreinbusse in Kauf nehmen. Der ehemalige Chef der Basler Kantonalbank (BKB) trat Ende 2012 zurück – Kursmanipulationen, der ASE-Betrugsfall und der immer noch hängige Steuerstreit mit den USA hatten den Druck auf ihn zu gross werden lassen.

In Sachen USA hatte die BKB im Jahr 2013 eine Summe von 100 Millionen Franken für eine mögliche Busse und damit zusammenhängende Verfahrenskosten zurückgestellt. Die zur Kategorie-1-Banken zählende Staatsbank hofft, den Fall noch in diesem Jahr abzuschliessen. 

 

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