Descartes: Schweizer Fintech-Projekt im grossen Stil

Descartes-Präsentation an der Finovate 2016 in London

Descartes-Präsentation an der Finovate 2016 in London

Prominente Akteure und Institutionen auf dem Schweizer Finanzplatz wollen eine Fintech-Plattform lancieren, die sie als «iTunes für die Vermögensverwaltung» bezeichnen, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Das Projekt heisst «Descartes», Initiant ist der frühere UBS- und Credit-Suisse-Banker Adriano B. Lucatelli (Bild unten), der seit einigen Jahren als Unternehmer und Dozent an der Universität Zürich unterwegs ist. Er präsentierte sein Vorhaben vor wenigen Tagen an der internationalen Finanzmesse Finovate in London.

Adriano Lucatelli 501 kopie

Die in Zug ansässige Firma Descartes Finance bietet die gleichnamige Vermögensverwaltungs-Plattform an, die weit über die bisherigen RoboAdvisor-Angebote, wie jene von der Glarner Kantonalbank oder von TrueWealth, hinausgeht.

Offene Architektur

Wie sich finews.ch in London überzeugen konnte, offeriert Descartes verschiedene Investment-Konzepte, die auf so genannten «intelligenten» Strategien beruhen, im Jargon Smart Beta genannt. Smart-Beta-Konzepte orientieren sich an verschiedenen Indizes, die beispielsweise bei Aktien nach der Marktkapitalisierung oder bei Obligationen nach dem Bruttoinlandprodukt gewichtet sind.

Finovate 502

Descartes geht noch einen Schritt weiter und will künftig alle möglichen Smart-Beta-Strategien anbieten, die sich algorithmisch nachbilden lassen. Dabei sollen im Sinne einer offenen Architektur nur «Best-in-Class-Produkte» zur Auswahl stehen. Bei Bedarf sollen Anleger auch individuelle Strategien zusammenstellen und selber optimieren können – daher der Vergleich mit iTunes, wo der Kunde seine medialen Präferenzen ebenfalls nach seinem Geschmack zusammenstellen kann und neue Empfehlungen erhält.

Effiziente Strategien

Pius Zgraggen 500

Das dafür erforderliche Know-how liefert unter anderem die auf effiziente Anlage-Strategien spezialisierte Firma OLZ & Partners Asset and Liability Management, die 2001 von Claudio Loderer, Professor an der Universität Bern, sowie von den Finanzexperten Carmine Orlacchio und Pius Zgraggen (Bild oben) gegründet wurde. Darüber hinaus steht Descartes unmittelbar vor dem Abschluss eines Kooperationsvertrags mit einem grossen angelsächsischen Asset Manager, wie Lucatelli gegenüber finews.ch bestätigte. Mit weiteren Anbietern führt er Gespräche.

Ebenfalls mit von der Partie sind die Schweizer Grossbank UBS sowie die Bank Vontobel, die als Depotbanken dienen, sowohl für Privatanleger wie auch für institutionelle Kunden und als White-Label-Lösung auch für unabhängige Vermögensverwalter. Vor diesem Hintergrund entpuppt sich die Descartes-Plattform tatsächlich als ein breit abgestütztes Projekt, das die bisherigen Schweizer Angebote im RoboAdvisor-Bereich klar übertrifft.

Bekannte Leute

Michael stemmle 500

Hinter dem ambitiösen Projekt stehen mehrere bekannte Personen aus der Schweiz Banken- und Fintech-Szene. Neben Initiant Lucatelli ist es Michael Stemmle (Bild oben) vom Fintech-Unternehmen Additiv, das die Applikation von Descartes programmiert und aufbereitet hat. Im Verwaltungsrat von Descartes Finance sitzt neben Lucatelli auch Rino Borini, Multimedia-Entrepreneur, der auch als Organisator der Finance 2.0 von sich reden macht.

Der offizielle Start von Descartes soll im nächsten Monat erfolgen. Das Mindest-Depot beträgt 50'000 Franken, ab 500'000 Franken können die Kunden individuelle Smart-Beta-Strategien bauen und kombinieren.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Wie Sie eine Kündigung richtig verarbeiten

Wie Sie eine Kündigung richtig verarbeiten

So reagiert man perfekt, wenn man plötzlich den blauen Brief kriegt.

Selection

Selection

Wo Banker am meisten verdienen

Noch immer kommen die Investmentbanker beim Lohnvergleich im Banking gut weg.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

weitere News