Fintech überwindet den Röstigraben

Die Genfer Fusion kann sich rühmen, der erste Schweizer Fintech-Inkubator zu sein. Die Swiss Start Up Factory, die vom umtriebigen Ex-Clariden-Leu-Banker Mike Baur mitgegründet wurde, ist seit 2014 als Beschleuniger (Accelerator) von Start-ups tätig. Nun gehen die beiden Fintech-Schmieden eine «enge Zusammenarbeit» ein, wie sie am Dienstag in einer Mitteilung verlauten liessen.

Gegenstand der als «einmalige Brücke zwischen der Romandie und der Deutschschweiz» gepriesenen Kooperation soll der ganze Begleitprozess für hoffnungsvolle Jungfirmen sein: von der Idee zum Prototypen bis zum Markteintritt, bei der Suche nach Investoren, Mentoren oder der Verbindung zu einer Universität.

Beklagte Zersplitterung

Ebenfalls sollen sozusagen über den «Röstigraben» hinweg Events organisiert und Büro-Räumlichkeiten für Start-ups bereitgestellt werden.

Das Angebot richtet sich nicht nur an Fintech-Firmen, sondern auch an solche aus dem ICT-Bereich, wie es weiter hiess.

Die Kooperation markiert einen Kontrapunkt zur bisher starken Fragmentierung der Schweizer Fintech-Szene. Diese Zersplitterung wird allseits beklagt – bislang überwogen jedoch die Einzelinitiativen.

Zwang zum Teamplay

Neben Fusion in Genf zeichnet sich gerade der Raum Zürich durch seine zahlreichen Fintech-Schmieden aus. Zu nennen sind etwa der Inkubator F10 der Schweizer Börsenbetreiberin SIX, der Impact Hub im Zürcher Westquartier, die Swiss Start Up Factory sowie die Ende 2015 gestartete Nexussquared, die sich auf Blockchain-Initiativen konzentriert.

Künftig könnte indes Teamplay im Trend liegen – und gar zum absoluten Muss werden. Denn inzwischen hat ein internationaler Kampf um die besten Fintech-Jungfirmen eingesetzt, bei dem es Schweizer Lokal-Matadoren schlicht an Sichtbarkeit mangeln dürfte.

Man darf gespannt sein, wer Fusion und der Swiss Start Up Factory als Nächstes folgen wird.

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NEWS GANZ KURZ

Euler Hermes

Der Spezialist für Kreditversicherungen mischt auch am Gotthard mit: Die von Euler Hermes versicherten Tunnelbohrmaschinen Sissi, Heidi, Gabi 1 und Gabi 2 haben den Grundstein gelegt für den neuen Eisenbahntunnel, der am 1. Juni 2016 eröffnet wird.

Axa Winterthur

Ab sofort bietet die AXA Winterthur in Zusammenarbeit mit Twint ihren Kunden eine mobile Zahlungslösung an. Anders als bei bisherigen Partnern des Mobile-Payment-Anbieters sollen jedoch vorerst nicht die Kunden ihre Rechnungen über die Zahlungs-App begleichen, sondern im Gegenteil von schnellen, einfachen und bargeldlosen Auszahlungen ihres Versicherers profitieren.

Swiss Life

Der Schweizer Lebensversicherer hat das Franz-Carl-Weber-Haus an der Bahnhofstrasse 62 in Zürich gekauft. Die Immobilie gehörte zuvor dem ehemaligen Denner-Eigentümer Philippe Gaydoul. Der Preis beläuft sich Schätzungen zufolge auf 230 Millionen Franken.

Raiffeisen

Die Zertifizierung der Energieeffizienz von Gebäuden erfährt in der Schweiz laut Raiffeisen breite Unterstützung. Die genossenschaftlich organisierte Bank und grösste Hypothekengeberin der Schweiz trägt dem Rechnung und bietet neu eine energetische Immobilienbewertung in der Hypothekenberatung an.

Profidata

Profidata, der Softwaredienstleister für Finanzunternehmen, hat in Deutschland die Abraxas übernommen. Abraxas ist spezialsiert auf die Konsolidierung und Qualitätssicherung von Finanzmarktdaten, Marktgerechtigkeitsprüfungen und Fair-Value-Berechnungen.

SigFig

Der amerikanische Robo-Advisor, an dem sich kürzlich auch die UBS beteiligte, hat eine weitere Finanzierungs-Runde erfolgreich hinter sich gebracht. Von diversen Investoren, darunter die Schweizer Grossbank und die spanische Banco Santander, löste SigFig rund 40 Millionen Dollar.

State Street

Der US-Asset-Manager State Street ist in Genf zum offiziellen Research Partner des International Forum of Sovereign Wealth Funds gewählt worden. Eines der ersten Forschungsprojekte sind langfristige Anlagestrategien.

Unicredit

Unicredit steigt in den Schweizer ETF-Markt ein. Die italienische Bank emittiert zwei ETFs an SIX Swiss Exchange und übernimmt für diese auch das Market Making. Damit wächst die Zahl der ETF-Anbieter an SIX Swiss Exchange erstmals auf 22 und die Produktauswahl steigt auf einen neuen Höchststand von 1‘240 Produkten.

Swisscard

Die Kreditkarten-Tochter der Grossbank Credit Suisse emittiert weitere so genannte Asset Backed Securities (ABS) zur eigenen Refinanzierung. Die neue Transaktion im Umfang von 200 Millionen Franken besteht aus drei Tranchen mit einer Laufzeit von drei Jahren, die an der SIX kotiert werden.

Credit Suisse

Die mächtige Rating-Agentur Fitch zieht der Schweizer Grossbank Punkte ab. Das Langzeit-Bonitäts-Rating senkt die Agentur dazu um eine Stufe auf A- von bislang A gesenkt. Der Ausblick wird auf «stabil» von «positiv» revidiert. Die Rating-Abstufungen begründet Fitch mit der Anfälligkeit des Geschäftsmodells der Bank gegenüber den gestiegenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten.

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