Ex-Clariden-Leu-Banker gibt Gas

Der vom Private Banker zum Unternehmer mutierte Mike Baur tätigt innert Monatsfrist sein zweites Startup-Investment. Er beteiligt sich mit anderen Investoren an der Ausbildungs-Plattform Diplomero.

Mit dem kürzlichen Schritt in die Selbständigkeit und seinem ersten Investment in die Online-Blumen-Plattform Bloomstar sorgte Mike Baur (Bild) in der Finanzbranche für Aufsehen – natürlich waren darunter auch ein paar Neider, die sich im Berufsalltag lieber im Angestelltendasein (bei einer Bank) sonnen. Doch davon lässt sich der 39-jährige «Jungunternehmer» nicht beirren.

Mit seinem Strategieberatungsunternehmen bainso – der Name steht für «baur investment solutions» – beteiligt sich der ehemalige Private Banker an der ersten Finanzierungsrunde (Seed-Round) für die Schweizer Ausbildungsplattform Diplomero, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Zu den weiteren Investoren gehören Rico Baldegger, Rektor der Hochschule für Wirtschaft Freiburg, die beiden Werbepioniere Peter Felser und Michael Conrad sowie der Technologie- und CRM-Experte Jan Jambor.

Ausbildungsangebote auch im Banking-Bereich

In welcher Grössenordnung sich diese Finanzierungsrunde bewegt, wollten die Investoren zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen. Branchenüblich bewegen sich erstmalige Summen zwischen 300'000 Franken und 800'000 Franken.

Wie weitere Recherchen ergaben, beschränkt sich die Zusammenarbeit zwischen bainso und Diplomero nicht nur auf die finanzielle Komponente. Baur will auch dazu beitragen, dass die Plattform Online-Ausbildungsangebote im Bereich Finance & Banking anbieten kann.

Von off- zu online

Diplomero entstand erst im Sommer 2013 aus dem Zürcher Inkubator Incuray heraus und expandierte schon nach wenigen Monaten nach Berlin. Derzeit beschäftigt das Unternehmen in Zürich und Berlin 15 Personen, wobei ein weiterer Ausbau offenbar bereits vorgesehen ist.

«Die Bildungsbranche wird sich noch stark von off- zu online entwickeln. Diplomero wird bei diesem Transformationsprozess eine massgebliche Rolle übernehmen», gibt sich Investor Peter Felser überzeugt. Er amtet unter anderem auch als Verwaltungsratspräsident der Kreativagentur Serviceplan Suisse.

Bildungslandschaft wird revolutioniert

Neben privaten Kunden zählen auch Bildungsinstitute und Unternehmen zu den Kunden von Diplomero, wie der Firmenmitgründer Max Meister gegenüber finews.ch erklärte. «Mittels der eigens entwickelten Software Educatorly stellen wir eine technologisch und didaktisch effiziente Betreuung von Online-Kursen sicher. Das zeit- und ortsunabhängige Lernen über Diplomero wird die Bildungslandschaft revolutionieren, prophezeit Meister.

Bereits vor Monatsfrist beteiligte sich Mike Baur am Startup Bloomstar, das einen Online-Service für frische Blumen im Abonnement anbietet.

Beratung von Unternehmerfamilien

Der frühere Banker mit Stationen bei der UBS, Clariden Leu und zuletzt bei der Sallfort Privatbank, machte sich Anfang April 2014 selbständig und berät mit seiner Firma bainso Unternehmerfamilien und vermögende Personen auf strategischer Ebene. Gleichzeitig begleitet er vielversprechende Schweizer Startups als Finanzspezialist.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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