Clientis Sparcassa 1816 im Jubiläums-Modus

Marcel Melliger, Direktor der Clientis Sparcassa 1816

Marcel Melliger, Direktor der Clientis Sparcassa 1816 (Fotos: Christian Höfliger)

Die in der Region Zürich tätige Clientis Sparcassa 1816 ist 200 Jahre alt. Mit-Initiant war ein Pfarrer, der die Gründung der Bank von seiner Kanzel verkündete – als die Menschen noch an Hunger und Kälte starben.

Die am 1. April 1816 in Wädenswil gegründete Clientis Sparcassa 1816 zündet zu ihrem 200-jährigen Bestehen ein Feuerwerk. Konkret: Zwischen Ende Mai und Anfang Juni veranstaltet die Bank an ihren fünf Standorten am linken Zürichsee-Ufer sowie im Knonaueramt ein Überraschungsspektakel, das von Style-Fotoshootings, über Musikband-Contests bis hin zu einer Jungbürger-Feier und viel Geselligkeit reicht.

Das kann sich die Bank, die mittlerweile zu den ältesten und solidesten Geldhäusern des Landes zählt, auch leisten, wie ein Blick in ihren jüngsten Abschluss zeigt. Das Institut arbeitet profitabel und weist einen überdurchschnittlichen Eigenfinanzierungsgrad auf. Die Kundenausleihungen sind praktisch zu 100 Prozent mit Kundengeldern gedeckt, wie Verwaltungsratspräsident Franz Breitenmoser gegenüber finews.ch betonte.

GV 500

Im Jahr ohne Sommer

Mit ein Grund für diese seit Jahrzehnten erfolgreiche Praxis ist der Umstand, dass sich das Institut mit seinen heute 40 Mitarbeitern nie einer sturen Gewinnmaximierung unterzogen hat, sondern immer der Gemeinnützigkeit verpflichtet blieb. Das zeigte sich bereits im Gründungsjahr, dem «Jahr ohne Sommer».

Als Folge eines Vulkanausbruchs im Vorjahr starben damals viele Menschen an Hunger und Kälte. Das Institut finanzierte die Suppenausgabe an die Armen. Initiiert hatte dies der Ortspfarrer Pfarrer Paul Philipp Bruch, der in seiner Sonntagspredigt die Gründung einer «zinstragenden Ersparungs-Cassa» verkündete. Über viele Jahre verwahrte er auch die Quittungen der Bank im Schrank unter seiner Kanzel.

Unterstützung für Flüchtlinge

Von Beginn an erhob diese Institution sozialen Anspruch: Kleinbauern, Handwerker und selbst die arme Dienstmagd sollten ihre Ersparnisse sicher anlegen können, während Kreditsuchende Geld zu günstigen Konditionen erhielten. Aus den Überschüssen finanzierte die Bank etwa die Wasserversorgung, kaufte Brennstoff für die Armen, unterstützte Flüchtlinge (aus Polen) oder bedürftige Jugendliche in ihrer Berufsausbildung.

Diese Tradition lebt heute weiter – am vergangenen Freitag, anlässlich der 200. Generalversammlung (GV) in Wädenswil (Bild oben), überreichte Sparcassa-Geschäftsleiter Marcel Melliger den Vertretern des Kompetenzzentrums Palliative Care in Affoltern am Albis einen Check von 50'000 Franken.

Ernst Stockers «Sparkässeli»

Ernst Stocker 500

Die Bedeutung der Sparcassa 1816 bezeugten an der Jubiläums-GV diverse Ehrengäste aus der Regionalbanken-Branche, wie Markus Gygax, Valiant-CEO und Präsident der RBA-Holding, Jürg Gutzwiller, CEO der RBA-Holding, Christian Heydecker, Präsident der Clients AG sowie Andreas Buri, CEO der Clientis AG. Mit Ernst Stocker (Bild oben) war zudem einer der wichtigsten Finanzpolitiker der Schweiz anwesend.

Der Ur-Wädenswiler, der momentan den Zürcher Regierungsrat präsidiert und im Bankrat der Schweizerischen Nationalbank sitzt, beschrieb in seiner Ansprache, wie er einst an der Hand seiner Grossmutter sein «Sparkässeli» zur Bank brachte, und heute als Finanzvorsteher nach China reist, um dortige Grossbanken für den Zürcher Finanzplatz zu gewinnen. Dass er im Reich der Mitte unter anderem mit einem Bankchef zu tun hatte, der Herr über 20'000 Filialen und eine halbe Million Beschäftigte ist, zeigt, in welchem Spannungsfeld sich der frühere Landwirt Stocker mittlerweile bewegt.

(Bilder: Christian Höfliger)

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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