UBS: Angriff von Dassault, Lombard & Co.

Nicht nur Swatch betreibt die UBS: Auch Pictet, der Rüstungskonzern Dassault oder die Luxemburger Versicherung Lombard stellen Forderungen.

2,9 Millionen Franken will der französische Rüstungskonzern Marcel Dassault von der UBS in Zürich. Insgesamt 1,7 Millionen fordert der Versicherungskonzern Lombard International. Knapp eine Million will die Bank Pictet in Genf zurück; es handle sich dabei um eine treuhänderische Forderung für einen Kunden, so Pictet-Sprecher Frank Renggli.

Die drei Beispiele stehen für insgesamt 41 Betreibungen, die innert weniger Tage im vergangenen Dezember beim Betreibungsamt Zürich I gegen die UBS eingingen; die Liste liegt finews.ch vor. Die Forderungen wurden allesamt von Genfer Anwälten eingereicht. Insgesamt werden in dieser Betreibungskaskade gut 55 Millionen Franken zurückverlangt; die Forderungen kommen von Unternehmen aus Panama und den Bahamas, von Privatpersonen aus Belgien und Frankreich, vereinzelt auch von Investoren aus Afrika und der Schweiz.

Erst Luxemburg, dann Paris, dann Zürich?

Der Zeitpunkt der Betreibungswelle deutet darauf hin, dass es sich dabei letztlich um ein Nachbeben des Madoff-Skandals handelt: Die Betreibungen ergingen fast genau ein Jahr, nachdem der Skandal in den USA publik geworden war; sie könnten also dazu dienen, eine drohende Verjährung zu unterbrechen.

Dies bestätigt auch ein beteiligter Anwalt, der für ausländische Mandanten im Dezember Forderungen eingereicht hat: Die Kunden zählen alle zu den Opfern des Fonds Luxalpha.

Der in Luxemburg eingetragene Fonds, bei dem die UBS Depotbank war, hatte unter anderem ins Ponzi-Schema des Betrügers Bernard Madoff investiert und am Ende grosse Verluste erlitten.

Bereits Ende März zogen rund 80 Investoren deswegen die UBS in Paris vor Gericht, das Verfahren ist noch hängig und soll im Mai in seine entscheidende Phase kommen. Die in Zürich eingegangenen Betreibungen signalisieren, dass die Luxalpha-Problematik nun auch vor Schweizer Gerichte gezogen werden könnte. Ein Anwalt aus Genf – der nicht genannt sein will –  weist darauf hin, dass alle relevanten Entscheide zu Luxalpha bei der UBS in Zürich gefällt wurden. «Die UBS AG wirkte auch als Promotorin des Fonds».

Die UBS hat gegen die Betreibungen vom Dezember Rechtsvorschlag erhoben; das heisst, sie verweist die Betreibenden auf den Rechtsweg.

Zwischenerfolg für die UBS

Die Bank stellte sich bislang auf den Standpunkt, dass Madoffs Anlagevehikel nicht auf der Empfehlungsliste der UBS-Vermögensverwaltung für direkte Anlagen fungiert habe. Zudem sei Luxalpha-Fonds auf expliziten Wunsch von vermögenden Kunden aufgesetzt worden, welche über solch eine Konstruktion bei Madoff investieren wollten. Im März erzielte die UBS dabei einen Zwischenerfolg: Damals entschied ein Gericht in Luxemburg, dass die UBS als Depotbank nicht für die Fehlinvestitionen in Madoff-Vehikel haftbar gemacht werden könne.

Tatsächlich besagen Betreibungen an sich noch nicht viel darüber, wie berechtigt ein finanzieller Anspruch sind. «Die Höhe aller Betreibungen gegen eine juristische Person hat keinerlei Aussagekraft über effektiv vorhandene oder rechtlich durchsetzbare Forderungen gegenüber dieser juristischen Person», antwortet die UBS auf Anfragen zu diesem Thema: «Vielfach werden Betreibungen aus prozesstaktischen Gründen benutzt, zum Beispiel zur Verjährungsunterbrechung.»

Insgesamt liegen beim Stadtammann- und Betreibungsamt Zürich I rund 180 Forderungen gegen die UBS vor. Die Betreibungen umfassen rund 3,5 Milliarden Franken. Die grösste Forderung beträgt 1 Milliarde Franken (scheint aber nicht sehr ernstzunehmend). Rund vier Fünftel der Betreibenden werden von Anwälten vertreten.

 

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • RBS: Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
mehr

SELECTION

Selection

Wo Banker am meisten verdienen

Noch immer kommen die Investmentbanker beim Lohnvergleich im Banking gut weg.

Selection

Selection

Auf diese zehn Leute sollten Sie 2016 achten

Das sind die Vertreter des Schweizer Finanzplatzes, die in diesem Jahr für Furore sorgen werden.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

weitere News