10 Anzeichen für eine Erholung bei UBS

Verschiedene Indizien weisen darauf hin, dass sich bei der Grossbank sehr viel ändert. Eine Bestandesaufnahme auf dem Turnaround-Weg.

Lange genug stand nun die UBS am Pranger und vor schier unlösbaren Problemen. Doch nun scheint einiges in Bewegung gekommen zu sein. Dafür gibt es verschiedene Hinweise.

1. Neues Selbstbewusstsein

Am vergangenen Wochenende meldete sich erstmals Jürg Zeltner (Bild ganz links) in den Medien zu Wort. Der Leiter des UBS Wealth Management gab klare Signale, wohin die Reise in der Königsdisziplin der Bank gehen soll, und mit der Aussage «Wir raffen nicht einfach Kundengelder zusammen», machte Zeltner auch deutlich, dass die UBS in der Vermögensverwaltung nicht einfach um jeden Preis, sondern nachhaltig und qualitativ wachsen will. Und wenn Zeltner sagt, dass er so bald als möglich ein positives Quartal zeigen will, dürfte dieses Ziel nicht mehr allzu weit sein.

2. Rochaden im Investmentbanking

In den letzten Wochen und Monaten kam es in der Investment-Bank der UBS zu zahlreichen personellen Veränderungen und Verschiebungen in der obersten Führungsriege. Die in Co-Leitung geführte Division mit Carsten Kengeter und Alex Wilmot-Sitwell an der Spitze hat nun auch das immer wieder heikle Gleichgewicht zwischen New York und London gefunden. Ausserdem ist das wachstumsstarke Equity-Geschäft neu positioniert worden und dürfte gute Erträge bringen.

3. Analysten empfehlen die Bank

Nachdem in den letzten zwei Jahren fast jeder Analyst die UBS von seiner Empfehlungsliste gestrichen hatte, vollzieht sich nun ein klarer Meinungswandel. Die grösste Schweizer Bank hat Potenzial und dürfte gegenüber ihre wichtigsten Referenz, der Credit Suisse, in der nächsten Zeit besser abschneiden, zumal die Kursavancen der CS seit geraumer Zeit ins Stocken geraten sind.

4. Staatsvertrag entlastet

Selbst wenn der Staatsvertrag mit den USA umstritten, mitunter gar als Übel bezeichnet und von der Schweiz mehrheitlich nur sehr widerwillig und nach etlichen politischen Querelen sowie Meinungsumschwüngen unterzeichnet werden wird, dürfte er für die UBS eine Befreiung darstellen. Denn vor allem im Ausland gilt die Unterzeichnung als ein wichtiges Signal, dass ein weiteres Problem der UBS nunmehr vom Tisch ist.

5. Aufbruch in den USA

Besonders in den USA verschafft der Staatsvertrag eine bessere Visibilität, wo die UBS steht. Neue Leute, die der nun inthronisierte Chef Robert «Bob» McCann (Bild rechts) von Hand verlesen angeheuert hat, sind nun lange genug dabei, um vorwärts zu machen. Als Alternative zu europäischen Banken, die nun umso mehr mit den negativen Schlagzeilen aus der EU zu kämpfen haben, kann sich die UBS durchaus wieder empfehlen.

6. Schweiz-Geschäft auf gutem Kurs

Mit der Ernennung von Lukas Gähwiler (zweites Bild von links) an die Spitze des Schweizer Geschäfts hat ein Banker die Zügel übernommen, der in der Branche als ausgewiesener und anerkannter Fachmann gilt. Seine Nähe zu anderen ehemaligen CS-Leuten wie Oswald Grübel oder Ulrich Körner, die nun bei der UBS das Sagen haben, ist vertretbar und erweckt nicht den Eindruck, dass dabei unheilvolle Seilschaften bestehen. Ausserdem bringt Gähwiler sowohl an der Kundenfront, im Kreditwesen als auch im Risikomanagement Erfahrung mit. Diese Vielseitigkeit ist viel wert.

7. Bessere Kommunikation im Heimmarkt

Mit Peter Hartmeier übernimmt demnächst ein begnadeter Kommunikator die Leitung der UBS-Media-Relations in der Schweiz. Der ehemalige Chefredaktor des Zürcher «Tages-Anzeiger» hat in seiner ganzen Karriere seine Glaubwürdigkeit bewahrt, er ist bestens vernetzt in Wirtschaft und Politik, und darüber hinaus ist er mit dem Heimmarkt der UBS und hiesigen Gegebenheiten vertraut. Mit anderen Worten: Er kennt die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Traktanden in diesem Land und wird sie im Sinne der UBS «managen» können.

8. Neuer Ambitionen in den Schwellenländern

Auch im wichtigsten Wachstumsmarkt der Welt, in Asien, meldet sich die UBS wieder zu Wort. Verschiedene Posten konnten mit führenden Leuten von der Konkurrenz neu besetzt werden. Der Asien-Pazifik-Chef Chi-Won Yoon (zweites Bild von rechts) ist jetzt seit einem Jahr in diesem Amt und verfügt somit über genügend Erfahrung, um nun auch nach aussen Zeichen zu setzen. In weiteren Schwellenländern macht sich die UBS ebenfalls bemerkbar, sei das in Brasilien oder in Polen, wo diverse Privatisierungsschritte viel Business für das Investmentbanking bringen.

9. Aufbruch auch an der Personalfront

Seit gut einem halben Jahr hat die UBS ihre Personalsuche intensiviert, was darauf schliessen lässt, dass neue Kapazitäten erforderlich waren. Nun hat sich die Situation etwas beruhigt, was zeigt, dass die Bank nun auch personell wieder gut aufgestellt ist. Zwar sind allein in der Schweiz noch immer mehr als 450 offene Stellen ausgeschrieben, doch gegenüber der Credit Suisse, wo es mehr als 500 Stellen sind, operiert die UBS nun aus einer Position der Stärke. Die vielen Abgänge, wie sie in den letzten Monaten eine Realität waren, kommen allmählich zu einem Ende. Stabilität und Ruhe kehren ein.

10. Onshore etabliert

Vor der Finanzkrise zählte die UBS wohl zu den einzigen Banken Europas, die onshore profitabel waren. Dann war das aus bekannten Gründen nicht mehr der Fall. Nun wird eine Trendumkehr absehbar, oder wie es Jürg Zeltner am letzten Wochenende sagte: «Wir sind auf gutem Weg, Europa diese Jahr profitabel zu gestalten. Wir haben das Fundament, um profitabel zu sein.» Das sind gute Nachrichten, denn der europäische Markt verfügt über ein enormes Potenzial, das aber nur Akteure ausschöpfen können, die Grösse, Handlungsspielraum und die nötigen finanziellen Mittel für derlei Expansionen besitzen. Die UBS hat das Zeugs dazu.

 

 

 

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Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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