BNY Mellon: «Banken bleiben angeschlagen»

Substanzielle Kapitalerhöhungen seien bei den Banken nötig, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, findet Fondsmanager Raj Shant.

Raj_ShantVon Raj Shant, Manager des BNY Mellon Continental Equity Fonds

Beim Stresstest der europäischen Banken haben von 91 untersuchten Finanzinstituten nur sieben den Test nicht bestanden.

Darauf reagierten die europäischen Märkte verhalten optimistisch, und der Euro erholte sich leicht.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die internationalen Bankenregulatoren dem Regelwerk Basel III nicht mehr so skeptisch gegenüberstehen, was eine zusätzliche Welle von Optimismus auslöste.

Druck auf das Wachstum

Doch selbst wenn diese Entwicklungen die Bedenken der Investoren über den europäischen Bankensektor abschwächen, bleiben viele Ungewissheiten.  Der Grund dafür liegt in drei fundamentalen Faktoren: Wachstum, Kapital und Liquidität.

Wir sind nach wie vor vorsichtig, was die langfristige Wachstumsperspektive im Kreditgeschäft betrifft, da Bilanzeinschränkungen sowie die mangelnde Nachfrage nach Darlehen unweigerlich Druck auf das Wachstum der Banken ausüben werden.

Das dürfte dazu führen, dass viele Banken in den nächsten Jahren sinkende Umsätze verzeichnen. Zudem bleibt die Frage, wie tragfähig das Kapital der Banken ist.

Grossangelegte Kapitalerhöhung unerlässlich

Es ist zwar klar, dass die meisten Institute gegenüber erneuten wirtschaftlichen Tiefschlägen ausreichend geschützt sind, aber sind sie auch resistent gegenüber einer staatlichen Kreditkrise?

Um widerstandsfähig genug zu sein, und um das Vertrauen der Anleger wieder zu erlangen, sind unserer Ansicht nach grossangelegte Kapitalerhöhungen unerlässlich. Nur so kann die Unsicherheit im Bankensektor eliminiert werden.

Zudem bleibt das Liquiditätsproblem bestehen. Der ganze Bankensektor ist nach wie vor abhängig von kurzfristigen Finanzierungen; dies muss sich in den nächsten Jahren eindeutig verbessern.

Schwache Banken kommen in Bedrängnis

Zurzeit kann noch auf das Sicherheitsnetz der EZB zurückgegriffen werden. Aber dieser Zustand kann nicht für immer andauern. Wir glauben daher, dass der Abbau dieses Sicherheitspuffers die schwachkapitalisierten Banken in Bedrängnis bringen kann.

Weiter wurde die von der Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) geforderte härtere Gangart hinsichtlich einer besseren Eigenkapitalunterlegung sowie mehr Liquidität auf 2018 verschoben. Ironischerweise scheinen es die Investoren zu begrüssen, dass ihre Investments in der Zwischenzeit erhöhte Risiken bergen – zumindest die Türken scheinen dies zu tun.

Unzählige nicht praktikable Geschäftsmodelle

Über den ganzen Finanzsektor hinweg gibt es unzählige Geschäftsmodelle, die weder nachhaltig noch praktikabel sind. Sowohl die Steuerzahler als auch die Regulatoren werden dies nicht auf ewig dulden.

Die Regulatoren sehen sich aber einem Balanceakt ausgesetzt: Fordern sie von den Banken eine bessere Eigenfinanzierung, müssen diese ihre Kredittätigkeiten einschränken, was unmittelbare Auswirkungen auf die Realwirtschaft hätte. Zudem würde dies die Eigenkapitalrendite und somit die langfristige Profitabilität des Sektors beeinflussen.

Attraktive Banken aus Randregionen

Wir fokussieren auf qualitativ hochstehende Banken mit stabilen Cash-flows, soliden Fundamentaldaten und nachhaltigen Renditen.

In der jüngsten Vergangenheit haben wir auch einige Positionen von Banken aus europäischen Randregionen hinzugenommen, die sich durch tiefe Bewertungen, solide Fundamentaldaten und gute Wachstumsperspektiven auszeichnen.

 

 

 

 

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

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Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

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Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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