Mai
23
2013
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J.P. Morgan Europe Equity Plus Fund
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Zwar ist die Lage heikel: Der Konjunkturzyklus neigt sich dem Ende zu. Aber die Schweiz sollte noch solide durch 2013 kommen, sagt Walter Wittmann.


WalterWittmann.quadratWalter Wittmann ist emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg. 2007 veröffentlichte er Â«Der nächste Crash kommt bestimmt», in dem er viele Ereignisse vorwegnahm. Im Frühjahr 2010 erschien das prophetische Â«Staatsbankrott», und 2012 kam Â«Superkrise» Ã¼ber die Schwere der laufenden Krise. Im März 2013 erscheint «Soziale Marktwirtschaft statt Wohlfahrtsstaat».


Der laufende Konjunkturzyklus begann Mitte 2009. Damals ging eine 18-monatige Rezession zu Ende. Inzwischen ist der Aufschwung also mehr als drei Jahre alt. Nach dem typischen Verlauf würde also eine Abschwächung folgen, die in eine Stagnation oder gar Rezession münden kann.

Ob es dazu kommt, ist anhand von Vorlauf-Indikatoren abzuklären. Im Mittelpunkt stehen die USA, der Euroraum, China und Japan. Erst danach sind Schlussfolgerungen für die Schweiz zu ziehen, denn hier spielen die Exporte eine strategische Rolle.

Amerika: Immobilien-Talsohle durchschritten

In den USA war 2012 nicht zu übersehen, dass die Konjunktur sich abschwächte – es ging in Richtung Stagnation. Doch inzwischen hat die Konjunktur wieder Tritt gefasst. Massgebend ist die Entwicklung des privaten Konsums, der über 60 Prozent der wirtschaftlichen Aktivität ausmacht.

Inzwischen hat die Immobilienkrise ihren Tiefpunkt – nach fünf Jahren – durchschritten und ist auf dem Weg nach oben. Es werden wieder mehr Häuser verkauft und Baubewilligungen erteilt. Nicht zuletzt hat sich die Konjunktur auch dank rekordhoher Defizite in den öffentlichen Haushalten und einer reichlich fliessenden Liquidität über die Notenbank erholt. Die Prognosen lauten auf zwei Prozent (reales) Wachstum per 2013 und 2,8 Prozent per 2014.

Es drohen aber auch erhebliche Gefahren. Selbst nach dem Budget-Kompromiss, den Senat und Repräsentantenhaus über die Jahreswende bewilligten, ist das Fiscal Cliff noch nicht ganz umschifft. Bereits im Februar muss der staatliche Schuldenplafond wieder erhöht werden, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Massive Ausgabenkürzungen würden sich schädlich auf die Konjunktur auswirken.

Europa: Aufschwung frühestens ab 2014

Die Euroländer sind seit dem dritten Quartal in einer Rezession, nachdem schon im zweiten Quartal ein Minus zu verzeichnen war. Dafür verantwortlich sind die südeuropäischen Länder. Die Wirtschaftsorganisation OECD geht davon aus, dass der Euroraum 2013 sich am Rande einer Rezession bewegt. Ein Aufschwung ist, wenn überhaupt, erst ab 2014 möglich.

Das Zugpferd des Euroraums ist Deutschland. Hier herrscht zwar keine Rezession, aber eine Flaute. Nach einem Rückgang über sechs Monate ist der Ifo-Index im November angestiegen. Es sieht danach aus, als ob Deutschland einer Rezession entgehen könnte.

China: Nachhaltig aufwärts

Anfang Jahr sprach man noch von einer harten Landung in China. Inzwischen sieht es aber vielversprechend aus. China hat weltweit am meisten stimuliert und die besten Konjunkturzahlen.

In Expansion sind die Geldmenge, der Konsum, die Exporte sowie die Industrieproduktion. Das Fazit: Es geht in China nachhaltig aufwärts.

Schweiz: Nachlassende Baukonjunktur

Die Schweiz blieb dieses Jahr von Rezession oder Stagnation verschont. Robust fiel das dritte Quartal mit 0,6 Prozent BIP-Wachstum aus. Massgeblich sind daran zusätzliche öffentliche Konsumausgaben beteiligt. Die vorauseilenden Indikatoren (KOF-Barometer) künden eine Abschwächung der Konjunktur in den nächsten Monaten bis ins Frühjahr 2013 hinein an.

Dafür ist die nachlassende Baukonjunktur – dominant – verantwortlich. Der Immobilienzyklus hat den Höhepunkt überschritten, der Markt kühlt sich ab.

Insgesamt erwartet die OECD für 2013 noch 1,1 Prozent Wachstum. Inzwischen liegen inländische Prognosen erheblich unter einem Prozent vor. Eine Rezession ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten. Das setzt allerdings voraus, dass die Exporte in den Euroraum nicht einbrechen und das Konsumentenvertrauen nicht erschüttert wird.

Kommentare 

 
#1 michael hofman 2013-01-03 08:12
Die nächste Hochkonjunktur kommt bestimmt. Es fragt sich nur, was darunter gemeint ist. Für die Akademiker heisst das wahrscheinlich viele neue 1-Euro-Jobs. Es darf aber nicht von Hochkonjunktur gesprochen werden, wenn der normale Büezer in der Schweiz mit seinem Gehalt nicht mehr gut leben kann. Wenn diese Einsicht nicht kommt hilft nur noch die Revolution von unten.
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