Schweiz springt auf Nachhaltigkeits-Zug auf

Die Schweiz will ein führendes Zentrum für nachhaltige Finanzdienstleistungen werden. Dadurch sollen auch die erwarteten Ertragsausfälle im Private Banking teilweise kompensiert werden.

Der neu gegründete Verein Swiss Sustainable Finance (SSF) «will einen Wandel anstossen, der den Schweizer Finanzplatz für die Zukunft rüstet», sagt Sabine Döbeli (Bild), SSF-Geschäftsführerin, in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Döbeli ist derzeit Leiterin für Nachhaltigkeit bei der Vontobel-Gruppe.

Immer mehr Kunden würden explizit eine langfristige Sichtweise bei Finanzprodukten fordern, sagt Döbeli. «Diesen Trend wollen wir beschleunigen, indem wir auf bestehenden Stärken aufbauen», sagt die SSF-Vertreterin.

Förderung der Aus- und Weiterbildung 

Geplant sei die Entwicklung praxistauglicher Instrumente, die Förderung von Aus- und Weiterbildungen für Finanzfachleute und die Bereitstellung von Marktinformationen.

Schon heute prägen gemäss Mitteilung Schweizer Akteure die globale Entwicklung in diesem Bereich. Demnach werden hierzulande rund 57 Milliarden Franken an nachhaltigen Anlagen verwaltet und mehr als 200 Akteure sind auf dem Gebiet nachhaltiger Finanzen tätig.

Risikoindex und Fairtrade-Fonds

Zudem werde ein Drittel der weltweiten Volumen an Mikrofinanz-Investments in der Schweiz betreut, heisst es weiter. In den vergangenen zehn Jahren hätten Schweizer Unternehmen eine Vielzahl innovativer nachhaltiger Dienstleistungen und Finanzierungsinstrumente entwickelt, so einen Risikoindex der auf Umwelt- und Sozialrisiken beruht, und einen Fairtrade-Fonds zur Vorfinanzierung landwirtschaftlicher Produkte.

Swiss Sustainable Finance setzt sich bisher aus 55 Mitgliedern und neun Netzwerkpartnern zusammen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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