Tatort: Zwei Morde und ein Whistleblower

Der jüngste «Tatort» hat Vorurteile zementiert. Dabei wäre es an der Zeit, endlich zu erkennen, dass die Schweizer Banken ihre Hausaufgaben erledigt haben, findet Alexandra Arni von der Bankiervereinigung.

Alexandra Arni 200Alexandra Arni, Leiterin Web Services, Schweizerische Bankiervereinigung

Wer die TV-Krimiserie «Tatort» am vergangenen Sonntagabend gesehen hat, wurde wieder einmal mit den Banken und ihren Geschichten konfrontiert. Im Fokus standen Offshore-Geschäfte auf den Cayman Islands, das eifrig umstrittene Bankkundengeheimnis, ein schmieriger deutscher Staatssekretär mit unversteuertem Geld in der Schweiz, ein psychisch angeschlagener Whistleblower, der eine CD mit Kundendaten versteckt, verfolgt wird und dabei ums Leben kommt (nicht als einziger in dieser Geschichte), eine Privatbank, welche Milliarden von Franken vor dem Fiskus versteckt, und zwei überaus arrogante Bankiers.

Die Banken, ihre Hausaufgaben...

Was wollte uns der Tatort vermitteln? Haben die Schweizer Banken ihre Hausaufgaben immer noch nicht erledigt? Stehen sie immer noch in einem derart schiefen Licht?

Tatsächlich ist es so, dass die Schweizer Banken im Rahmen der steuerkonformen Strategie nur noch versteuerte Kundengelder annehmen. Und was den internationalen Automatischen Informationsaustausch (AIA) angeht, wird dieser zwar noch von niemandem angewendet, doch haben die Schweiz und die Schweizer Banken ihm zugestimmt. Eine Umsetzung soll ab 2017/2018 stattfinden.

Ausserdem existiert ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, wonach die Schweiz gemäss international gültigem OECD-Standard Amtshilfe auch bei Steuerhinterziehung leistet.

...und eine Geschichte von gestern

Die Geschichte mit dem CD-Klau erscheint zudem reichlich archaisch, zumal im Zeitalter des AIA davon eh kein Gebrauch mehr gemacht wird und sich die Medien auch nicht mehr gross dafür interessieren. Die Schweizer Banken sind auf dem Weg in ihre Zukunft schon etliche Schritte weiter, als der Tatort vom letzten Sonntag darstellen wollte.

Mit solchen alten Kamellen ist es zudem auch nicht verwunderlich, dass die Deutschen mit dem Schweizer Tatort offenbar ihre liebe Mühe bekunden.

Ich wünsche mir, dass die Schweizer Banken im In- und Ausland wieder an Akzeptanz gewinnen und ihr Image wieder in ein faires Licht gerückt wird. Wer weiss: Vielleicht wird in nicht allzu ferner Zukunft einmal ein Tatort gedreht, in dem die Schweizer Banken die Guten und nicht die Bösen sind.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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