Wie Wut-Mails die Karriere zerstören

Einfach mal Dampf ablassen, das kann so schädlich nicht sein. Kann es doch: Im täglichen E-Mail-Verkehr erweisen sich Wutausbrüche als weit gefährlicher als vermutet, warnen Experten.

Wut©Shutterstock

Jeder kennt das aus dem Büro-Alltag: Mails mit falschen Anschuldigungen und falschem Ton treffen zum falschen Zeitpunkt bei einem ein. Dann geht es meistens ganz schnell: Ein paar rabiate Zeilen, um dem Absender seine Frechheiten tief zurück in den virtuellen Rachen zu stopfen. Senden – und tief durchatmen. Was kann daran falsch sein?

Alles, sagen Verhaltensexperten. Nur weil man sich nach dem Versand besser zu fühlen glaubt, seien Wut-Mails nicht zwingend gut für die Gesundheit. Und schon gar nicht für die Karriere, wie das amerikanische «Wall Street Journal» kürzlich berichtete (Artikel bezahlpflichtig).

Das Internet vergisst nie

Das «E-Venting» – also das sprichwörtliche Druck-Ablassen übers Internet – gilt bei den Experten gar als besonders gefährlich. Über den PC, das Tablet oder das Smartphone stehen einem die Kanäle jederzeit offen und können unmittelbar bedient werden. Gleichzeitig, so die Verhaltensforscher, fühlen wir uns als Sender sicher hinter dem Gerät, dem Bildschirm.

Doch die Sicherheit trügt. Vielmehr trägt all das dazu bei, dass wir umso ungehemmter zurückschlagen – und damit mehr Geschirr zerbrechen, als uns lieb sein kann.

Eine einzige Kurzschluss-Antwort kann sich nämlich schon als Karriere-Killer erweisen. Schnell einmal gilt man bei Kollegen und Vorgesetzten als Nörgler und als unausgeglichen. Und hat ein Wutausbruch das Pech, über Social Media «viral» verbreitet zu werden, dann ist die eigene Reputation futsch. Das Internet vergisst bekanntlich nie.

Immer aggressiver

Wie diverse Experimente zeigen, erweist sich aber auch die Erleichterung nach dem Dampf-Ablassen als trügerisch. Noch mehr: Laut dem Bericht werden Menschen, die ihrem Ärger via Mail Luft verschaffen, immer nur noch aggressiver. Und es fehlt das Gegenüber zur De-Eskalation. Niemand, der die Augen rollt. Keiner, der mit Gesten und Worten beschwichtigt.

Umso wichtiger ist es, so die Verhaltens-Forscher, sich selber vor virtuellen Wutausbrüchen zurückzuhalten. Dazu empfehlen sie folgende Kniffe:

  • Bis 10 zählen. Dazu tief durchatmen – wenn möglich Musik hören. Das hilft, die unmittelbaren Reaktionen des Körpers abzufangen.
  • Den PC oder das Smartphone ausschalten, bis die Wut nicht mehr unmittelbar zu spüren ist. In einem weiteren Schritt – wohl schwierig bei einem Vorgesetzten – wird empfohlen, die Online-Koordinaten zu blockieren. So lassen sich weitere Provokationen kurzfristig vermeiden.
  • Schwieriger ist, die innere Ruhe wieder zu finden. Ein kurzer Spaziergang durch die Gänge oder das Lösen eines Kreuzworträtsels können aber hilfreich sein.
  • Etwas Essen. Hungrige Personen sind oftmals schlechter Laune
  • In einem letzten Schritt werden Aktionen empfohlen, die mit Wut unvereinbar sind: Helfen Sie dem Kollegen mit dem Papierstau. Giessen Sie den Gummibaum. Oder küssen Sie jemanden – obwohl...

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