Didier Le Menestrel: «Wir rücken nicht in Kompaniestärke an»

Didier Le Menestrel, Gründer und Verwaltungsratspräsident von LFDE

Didier Le Menestrel, Gründer und Verwaltungsratspräsident von LFDE

Der französische Vermögensverwalter La Financière de l'Echiquier schlägt seine Zelte in der Schweiz auf. Im Interview mit finews.ch erklärt Firmengründer Didier Le Menstrel, was ihn in diesen übersättigten Markt treibt, und warum er sich dabei am Schriftsteller Romain Rolland orientiert.


Herr Le Menestrel, welche Gründe führen Sie in die Schweiz?

Wie der Schriftsteller Romain Rolland entdecken wir die Schweiz nicht erst in dem Moment, in dem wir uns hier niederlassen. Wir haben schon seit einiger Zeit eine Bande zu Schweizer Kunden geknüpft. La Financière de l’Echiquier (LFDE) verwaltet hierzulande bereits fast 300 Millionen Euro von unabhängigen Vermögensverwaltern und Privatbanken.

Die Eröffnung unserer Schweizer Niederlassung in Genf ist Ausdruck unseres Wunsches nach dauerhafter Nähe zu den Anlegern.

Ist «La Financière de L'Echiquier» nicht ein etwas schwieriger Name, um ausserhalb Frankreichs zu expandieren?

Unsere Marke besteht seit 25 Jahren und gewinnt allmählich auch ausserhalb Frankreichs an Bekanntheit. Wir sehen keinen Grund, weshalb wir nicht auch die Alpen überqueren sollten.

«Wir haben den Wettbewerb nie gescheut»

Ich bin davon überzeugt, dass für die Bekanntheit einer Marke die Performance sowie die Qualität der erbrachten Dienstleistungen ausschlaggebend sind, und nicht die Frage, wie schwierig oder leicht der Markenname auszusprechen ist.

Ist der Schweizer Markt nicht bereits übersättigt mit Anbietern?

Das ist eine Tatsache, mit der wir auf allen Märkten, auf denen wir vertreten sind, täglich konfrontiert sind. Wir haben den Wettbewerb nie gescheut. In aller Bescheidenheit sind wir der Meinung, dass wir den Schweizer Anlegern eine besondere Identität bieten können. Wir hoffen, dass diese auf starken Werten beruhende Identität sie auf lange Sicht überzeugen wird.

Wie können Sie sich gegenüber der Konkurrenz und mit Ihrem Angebot differenzieren?

LFDE ist ein Vermögensverwalter mit besonderer Unternehmensphilosophie. Unsere Tätigkeit steht seit jeher für Überzeugung, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit. Sie ist nicht an einen Referenzindex gebunden und fusst auf der genauen Kenntnis der Unternehmen, in die wir investieren.

«Wir weiten unser Angebot nun auf Absolute-Return-Lösungen aus»

Dieses traditionelle Angebot haben wir in den vergangenen Jahren diversifiziert, so dass wir unseren Kunden und Partnern nun Lösungen bieten, die das gesamte Risiko-Rendite-Spektrum abdecken. Überdies weiten wir unser Angebot nun auch auf Absolute-Return-Lösungen aus.

Wer ist Ihre Zielkundschaft?

Unser Angebot besitzt alle erforderlichen Eigenschaften, um das Interesse von unabhängigen Vermögensverwaltern und institutionellen Anlegern in der Schweiz zu wecken. Auch ohne in der Schweiz vertreten zu sein, konnten wir in den letzten zehn Jahren Beziehungen knüpfen.

Wie viele Leute arbeiten in der Schweiz für LFDE – wie sehen Ihre Ausbaupläne aus?

Unser Leiter für die Schweiz ist Benjamin Canlorbe. Wir haben uns für eine flexible und agile Organisationstruktur mit Sitz in Genf entschieden.

Auch wenn Benjamin Canlorbe momentan noch der einzige Mitarbeiter vor Ort ist, kann er sich auf alle Teams für die Verwaltung, Risikokontrolle und das Marketing von LFDE stützen, das heisst auf rund hundert Personen, die alle nach dem Erfolg auf dem Schweizer Markt streben.

«Wir betreten den Schweizer Markt mit aller Bescheidenheit»

Wir sind keine Befürworter von Organisationen, die in Kompaniestärke anrücken, um die Kundschaft zu beeindrucken. Denn letztlich werden so nur die Kosten auf die Kunden umgelegt.

Warum haben Sie sich für Genf entschieden? Zürich ist doch wichtiger.

Zürich ist ganz klar ein Finanzplatz ersten Ranges. Wir betreten den Schweizer Markt allerdings mit aller Bescheidenheit: Der erste «natürliche» Schritt schien für uns, uns in einem Gebiet niederzulassen, dessen Codes und Strukturen jenen nahe kommen, die unseren bisherigen Erfolg begünstigt haben.

Was sind nun ihre Pläne in der Schweiz?

Wir wollen zunächst mehr über unsere bestehenden und potenziellen Kunden in Erfahrung zu bringen. Benjamin Canlorbes erste Aufgabe besteht also darin, unsere Kunden und Partner näher kennenzulernen und sie nach ihren Erwartungen und Wünschen zu befragen.

Ich habe dabei kein konkret bezifferbares Ziel vor Augen. Für mich ist eher wichtig, die Marke bei unseren Partnern durch ein bemerkenswertes Angebot und ebensolcher Performance wachsen zu sehen.


La Financière de l’Echiquier (LFDE) wurde 1991 gegründet und gehört mit einem verwalteten Vermögen von 8 Milliarden Euro und 104 Mitarbeitern zu den führenden unabhängigen Vermögensverwaltern in Frankreich. Das Unternehmen ist zu 100 Prozent im Besitz seiner Führungskräfte und Mitarbeiter. Seine Tätigkeit umfasst die Verwaltung von Sparguthaben und von Finanzanlagen im Auftrag von Privatkunden, unabhängigen Vermögensverwaltern und institutionellen Anlegern.

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NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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