Justizministerin arbeitete für Skandal-Hedgefonds

Liechtensteins Regierungsrätin Aurelia Frick war 2008 Direktorin von K1 Fund Distribution – also beim Hedge-Fund des verhafteten Deutschen Helmut Kiener.

Aurelia.Frick.kleinIn Deutschland ist schon die Rede von einem «Madoff-Skandal», zu den Geschädigten dürften BNP Paribas, JP Morgan und Barclays gehören: Deutsche Ermittler werfen der Hedge-Fund-Gruppe K1 des gelernten Psychologen Helmut Kiener gewerbsmässigen Betrug vor. Es geht um eine mögliche Schadenssumme von mehr als einer halben Milliarde Franken; seit Ende Oktober sitzt Kiener in Untersuchungshaft.

Nun wurde bekannt, dass Liechtensteins Justiz- und Aussenministerin Aurelia Frick (Mitte) in Kieners Diensten war. Von August bis Dezember 2008 habe die Juristin für K1 Fund Distribution gearbeitet – also für einen Vertriebsarm des K1-Netzwerkes in London. Die Liechtensteiner Regierung bestätigte inzwischen entsprechende Recherchen des Düsseldorfer «Handelsblatts».

Auf Frick folgte Frick

Aurelia Frick, 35, war offenbar als Mitglied des Board of Directors für K1 Fund Distribution tätig. Der recht rasche Rücktritt nach nur vier Monaten sei erfolgt, weil Fricks Forderung nach mehr Informationen über die Tätigkeiten von K1 nicht genügend erfüllt worden sei – so die Erklärung eines Regierungssprechers in Vaduz.

Allerdings: Ihr Nachfolger bei K1 war Anton Frick, der Vater der heutigen Ministerin.

Aurelia Frick ist seit März dieses Jahres Regierungsrätin – also Ministerin für Justiz, Äusseres und Kultur. Die Tätigkeit bei K1 ist in ihrem offiziellen Lebenslauf nicht erwähnt. Erwähnt ist, dass die in der fraglichen Zeit Inhaberin der Treuhandfirma Fidaura Trust in Schaan war. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat sie offenbar auch ihre Funktion bei K1 ausgeübt.

«Frau Frick sieht sich in diesem Fall als Geschädigte wie viele andere auch», sagte ein Liechtensteiner Sprecher gegenüber der «Financial Times Deutschland». Heikel wird die Vergangenheit der Justizministerin, weil in Liechtenstein ebenfalls im Fall Kiener/K1 gefahndet wird: Es geht um den Verdacht auf Geldwäsche, und ermittelt wird auch im Rahmen eines Rechtshilfegesuchs von Deutschland.

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