Finanzmarktaufsicht folgt Basel und der EU

Die FINMA zieht ihre Lehren aus der jüngsten Finanzkrise und reguliert Eigenkapitalvorschriften sowie den Interbankenhandel.

Die Finanzkrise hat der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA die Defizite der Eigenmittelunterlegung von Handelsgeschäften und Verbriefungen bei Banken sowie des Interbankenhandels vor Augen geführt.

Um diesen Mängeln zuvor zu kommen, lehnt sich die FINMA an die Standards des Basler Ausschusses und der Europäischen Union an. Demnach werden die Eigenmittelvorschriften angehoben.

Mehrere Banken betroffen

Dies betrifft vor allem Banken, welche ihre Eigenmittelunterlegung auf Basis eines Modellansatzes bestimmen. Gemäss der Basler Vorschriften müssen Banken mit einem solchen Geschäftsmodell ihre Eigenmittel für Marktrisiken stark anheben.

Neben den beiden Grossbanken sind gemäss der «Handelszeitung» in der Schweiz vier weitere Finanzinstitute betroffen. Namentlich genannt werden diese allerdings nicht. Die übrigen Institute müssten ihr Eigenkapital lediglich um fünf Prozent anheben, heisst es weiter.

Abstriche im Interbankenhandel

Während der Krise konnte der Interbankenhandel nur dank milliardenschweren Finanzspritzen der Notenbanken am Leben gehalten werden. Um ein solchen Szenario zu verhindern, werden auch die Kreditbeziehungen zwischen den Banken stärker reguliert.

Insbesondere werden Forderungen von einer Bank gegenüber einem anderen Institut limitiert. Die Risikoverteilungsvorschriften legen nun fest, wie gross das Risiko eines Instituts gegenüber einzelnen Gegenparteien maximal sein darf.

Domino-Effekt verhindern

Damit soll verhindert werden, dass durch den Niedergang einer Bank weitere Finanzinstitute in Mitleidenschaft gezogen werden. Grosse Banken haben hier mit einer Reduktion ihrer Kredit-Limite gegenüber anderen Banken von bis zu achtzig Prozent zu rechnen, schreibt die «Handelszeitung». Kleinere Institute haben mit einer Reduktion um zwanzig Prozent zu rechnen.

Anhörungen im Gange

Die neuen Regulierungen sind in vier Rundschreiben zusammengefasst. Zu diesen finden derzeit Anhörungen in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen. Die Anhörungen laufen noch bis zum 20. August.

Die vier Rundschreiben finden Sie unter diesem Link.

 

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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