20'000 neue Jobs in den Schweizer Banken

Krise? Bankiervereinigung und Versicherungsverband bleiben dabei: Der Finanzplatz Schweiz soll in den nächsten Jahren kräftig weiterwachsen.

Erinnern Sie sich noch? Vor einem Jahr präsentierten Versicherungsverband, Bankiervereinigung plus andere Institutionen einen «Masterplan» mit ehrgeizigen Zielen. Zum Beispiel: Der Finanzplatz Schweiz soll bis 2015 unter die «Top 3» der Welt gelangen. Oder: 40'000 bis 80'000 neue Arbeitsplätze will die Branche schaffen, und der Wertbeitrag des Finanzplatzes zum Bruttoinlandprodukt soll jährlich um 7 bis 9 Prozent steigen.

Das war vor den grossen Turbulenzen – und jetzt? Die Initianten bleiben dabei: Das Ziel, unter die drei wichtigsten Finanzplätze zu kommen, wird weiter angestrebt, und es gilt immer noch als erreichbar: Derzeit nämlich erweist sich vor allem das Investment-Banking als Problemfall, und für die Schweiz ist dies kein Kerngeschäft. «Der Schweizer Finanzplatz ist – aus heutiger Sicht – nach wie vor sehr gut positioniert», sagt Thomas Sutter von der Bankiervereinigung. Und schliesslich habe der Masterplan nicht nur verstärktes Wachstum angestrebt, sondern auch Diversifizierung. Zum Beispiel, indem sich die Schweiz als idealer Standort für Private-Equity-Firmen und Hedge Funds etabliert.

Neue Berechnungen, altes Selbstvertrauen

Das Prognoserisiko sei angesichts der Turbulenzen jetzt zwar höher, sagt Sutter. Ob der Wertbeitrag des Finanzplatzes zum BIP tatsächlich jedes Jahr um 8 Prozent steigt (wie heute immer noch angestrebt) – dies hängt stark von der globalen Entwicklung der Finanzmärkte ab. Und so sind die Initianten derzeit daran, die angestrebte Entwicklung unter anderem auch bei den Mitarbeiterzahlen neu zu berechnen: «Sie dürften jetzt wohl etwas tiefer liegen», sagt Sutter. Die Erwartungen der Versicherungsbranche liegen noch nicht vor, aber bei der Bankiervereinigung sind die Analysten zum Schluss gelangt: Bis Ende des Jahres 2015 sollte es den Banken gelingen, 20'000 bis 25'000 neue Stellen im Land zu schaffen; derzeit sind es gut 130'000. Hat da jemand etwas von Krise gesagt?

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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