Carsten Maschmeyer: AWD-Käuferin hatte Pech

Der frühere AWD-Chef Carsten Maschmeyer wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe beim Verkauf seines Lebenswerks die Swiss Life über den Tisch gezogen.

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«An dem Tag, an dem Sie ein Unternehmen kaufen, zahlen Sie den Marktpreis», sagt Carsten Maschmeyer (Bild) im Interview mit der «Handelszeitung». Dass die Krise dazwischen gekommen sei und allen Finanztiteln arg zugesetzt habe, sei halt «Pech» gewesen.

Ebenso verneint Maschmeyer, er habe beim Verkauf Swiss Life gegen die deutsche Postbank ausgespielt. «Beide wussten nichts voneinander.» Laut Maschmeyer habe die Postbank den gleichen Preis für den deutschen Finanzvertrieb AWD geboten wie die Swiss Life, nämlich 1,9 Milliarden Euro.

«Aber Swiss Life überzeugte mich auf Grund der Persönlichkeiten des damaligen Konzernchefs Rolf Dörig und dessen Finanzchef Bruno Pfister», so der heutige Unternehmer und Investor. Zudem hätten die strategischen Pläne der Schweizer aus seiner Sicht besonders gut zu AWD gepasst

AWD verschwindet

Auf die Frage, wonach die Marke AWD am mit Spannung erwarteten Investorentag der Swiss Life vom 28. November verschwinden soll, sagt Maschmeyer: «Ich freue mich, dass das von mir erfundene Geschäftsmodell der unabhängigen Finanzberatung bleibt, egal unter welchem Namen.» Und: «Ich habe das Unternehmen 2007 verkauft. Somit ist es völlig klar, dass die neuen Inhaber die Strategie und die Marke bestimmen.»

Seit einiger Zeit prozessieren Hunderte von geprellten Kunden in Deutschland und Österreich gegen AWD. Doch Maschmeyer kontert: «Zu 99 Prozent haben die Hersteller ihre Zusagen eingehalten, so dass fast alle Kunden hochzufrieden waren. Nur in einem Prozent der Fälle, nämlich im Segment von geschlossenen Fonds, haben die Hersteller nicht das geliefert, was sie versprochen hatten.»

Das «grosse Haus» verkauft

Und er betont: «AWD hat nie selber Produkte hergestellt. AWD war ein reiner Vertriebspartner. Dass die Klagen zu Hunderten abgewiesen wurden, weil die Gerichte sie als unberechtigt einstuften, bestätigt die hohe Beratungsqualität. Es gab Beratungsprotokolle und Gesprächsnotizen. Wenn eine Finanzkrise kommt und Sie in den betroffenen Produkten investiert sind, erleiden Sie nun einmal eine Wertminderung. Das war nicht vorherzusehen.»

Inzwischen hat Maschmeyer «grosse Haus» AWD verkauft und dafür viele kleine Häuser in anderen Branchen erworben, wie er gegenüber der «Handelszeitung» weiter sagt. «Darauf konzentriere ich mich nun und auf meine Beratungstätigkeit für Banken und Versicherungen.»

Schöne Verlobte, schönes Vermögen

Veronica_Ferres_11Mit seinen diversen Investmentgesellschaften hält Maschmeyer, der privat ein geschätztes Vermögen von 650 Millionen Euro und seit drei Jahren «sein Glück» mit der deutschen Filmschauspielerin Veronica Ferres (Bild) «geniessen kann», verschiedene Beteiligungen an Internetfirmen, einem Fahrradhersteller, Bio-Technologieunternehmen und an einer chinesischen Musik-Download-Plattform.

Auf die Frage, ob da sein Spieltrieb durchdrückt sagt Maschmeyer: «Ich halte mich da lieber an die Regel: «Herz vor Kopf in der Liebe und Kopf vor Herz beim Geld.»

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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