Versicherungen stützen die notleidende Bankbranche

Die Finanzkrise macht vor allem den Banken zu schaffen. Glücklicherweise gibt es noch Versicherungen. Sie werden immer wichtiger für den Finanzplatz Zürich.

Die Versicherungsindustrie ist ein enorm wichtiges Standbein für die Wirtschaft der Region Zürich. Dank ihrer überdurchschnittlichen Performance stützt sie die Entwicklung im Finanzsektor massgeblich.

Zu diesem Schluss kommt die am Freitag von der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch sowie von Regierungsrat Ernst Stocker vorgestellte Studie «Finanzplatz Zürich 2012/13» des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit und der Stadtentwicklung von Zürich.

Wenig optimistische Aussichten

Denn allein auf die Banken bezogen präsentieren sich die Aussichten wenig optimistisch. Zürich, als wichtigster Finanzplatz der Schweiz, hat weiterhin mit den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu kämpfen.

Im laufenden Jahr ist daher nur mit einem schwachen Wertschöpfungswachstum im Finanzsektor zu rechnen. Erst ab 2014 darf frühestens mit anziehenden Wachstumsraten in der Finanzbranche gerechnet werden, wie es in der Studie weiter heisst.

Banken dominieren – noch

Der Finanzsektor ist seit mehr als zehn Jahren die wichtigste Branche der Zürcher Wirtschaft. Im Jahr 2011 erwirtschaftete er eine Bruttowertschöpfung von rund 30 Milliarden Franken und stellte damit 22 Prozent des regionalen Bruttoinlandprodukts (BIP).

Die Aufteilung des Finanzsektors zeigt, dass die Banken mit einem Wertschöpfungsanteil von 50 Prozent den Finanzplatz Zürich dominieren. An zweiter Stelle stehen die Versicherungen (37 Prozent), gefolgt von den übrigen Finanzdienstleistern (Vermögensverwalter, Hedge Funds).

Überdurchschnittliche Performance

Die diesjährige Studie nimmt die Versicherungsbranche unter die Lupe. Mit einem Bruttowertschöpfungsanteil von knapp acht Prozent ist sie ein wichtiges Standbein für die Gesamtwirtschaft der Region Zürich. Im nationalen Kontext entspricht das Zürcher Versicherungsgewerbe gut der Hälfte der Schweizer Assekuranz. Jeder zweite Franken, der in der Versicherungsindustrie an Wertschöpfung generiert wurde, und 42 Prozent der Arbeitsplätze stammen aus Zürich.

Dank ihrer überdurchschnittlichen Performance stützt die Versicherungsbranche das insgesamt schwache Wertschöpfungswachstum der Finanzbranche. Sie leistet überdies einen wertvollen Beitrag zur Diversifizierung des lokalen Finanzplatzes.

Beruhend auf der Analyse des Versicherungsgewerbes wurden acht politische Handlungsfelder identifiziert, um die Attraktivität der Rahmenbedingungen für das Zürcher Versicherungsgewerbe weiterzuentwickeln. Die Studie lässt sich unter diesem Link herunter laden.


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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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