Raiffeisen-CEO will Anlagegeschäft forcieren – das steckt dahinter
Die Nummer eins im Retail- und Hypothekargeschäft zu sein, genügt Gabriel Brenna nicht. Der neue Raiffeisen Schweiz-Chef will im Rahmen der neuen Strategie das Anlage- und Vorsorgegeschäft forcieren. «Gemessen an unserer Grösse haben wir noch ein enormes Potenzial – mehr als jede andere Bank in der Schweiz. Dieses Potenzial wollen wir uns erschliessen», sagt er in einem Interview mit den Zeitungen von CH Media (Aargauer Zeitung, Luzerner Zeitung, St. Galler Tagblatt) vom Montag.
Wenn Raiffeisen seinem ursprünglichen Auftrag gerecht werden wolle, das Wohl der Bevölkerung zu mehren, dann «reicht das Hypothekargeschäft allein nicht mehr aus», stellt Brenna klar.
Dezentrale Organisation als Plus
Den grössten Vorteil von Raiffeisen gegenüber den Mitbewerbern sieht Brenna in den über 3,5 Millionen Kundenbeziehungen, welche die Bankengruppe heute aufweist: «Wir müssen keine neuen Kunden gewinnen, um unser Anlage- und Vorsorgegeschäft auszubauen», sagt er. Als weiteres Plus erwähnt er die dezentrale Organisation: «Mit unseren 761 Geschäftsstellen sind wir extrem nah bei den Kunden.»
Die zweite grosse Achse, um über das klassische Retailgeschäft hinaus zu wachsen, sieht Brenna im Firmenkundengeschäft. «Auch hier schöpfen wir unser Potenzial zu wenig aus.»
Gemeinsame Richtung vorgeben
Gleichzeitig kündigt Brenna an, dass Raiffeisen Schweiz in der Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsbanken wieder stärker die strategische Führung übernehmen will. «Es geht nicht darum, den Raiffeisenbanken etwas zu befehlen, sondern darum, alle für eine gemeinsame Idee zu gewinnen und eine gemeinsame Richtung vorzugeben. Genau das wünschen sich die Banken», sagt er.
Brenna ist seit Dezember 2025 CEO von Raiffeisen Schweiz. Zuvor war er Chef der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Der Verwaltungsrat der Bankengruppe wird die neue Strategie Ende dieses Jahres verabschieden.















