Haute Capital reduziert Verlust – Finma-Verfahren belastet
Haute Capital Partners mit Sitz in Biel verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Konzernverlust von 1,76 Millionen Franken. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch 2,49 Millionen Franken betragen. Damit verringerte sich der Verlust um 29 Prozent, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte.
Die Verbesserung ist hauptsächlich auf tiefere Kosten zurückzuführen. Die operativen Aufwendungen sanken um 46 Prozent von 1,57 Millionen auf 842'689 Franken. Belastet wurde das Ergebnis weiterhin durch die negative Wertentwicklung des Wertschriftenportfolios.
Eigenkapital deutlich gesunken
Das Eigenkapital ging gegenüber Ende 2025 von 18,05 Millionen auf 14,21 Millionen Franken zurück. Neben dem Halbjahresverlust waren dafür der erhöhte Bestand eigener Aktien und die Kursdifferenzen bei entsprechenden Transaktionen verantwortlich.
Die liquiden Mittel stiegen dagegen um 12 Prozent auf 6,77 Millionen Franken. Das Unternehmen weist keine Finanzschulden aus. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 96,1 auf 99,6 Prozent.
Neue Beteiligungen für knapp 5,5 Millionen Franken
Nach dem Bilanzstichtag tätigte Haute Capital zwei weitere Investitionen. Für knapp 4,96 Millionen Franken erwarb die Gesellschaft eine Beteiligung an der Exentis Group in Stetten im Kanton Aargau. Das Unternehmen ist im Bereich der industriellen additiven Fertigung tätig. Die Transaktion wurde vollständig mit eigenen Aktien finanziert und belastete die Liquidität nicht.
Weitere 500'000 Franken flossen über ein Wandeldarlehen an die Zuger footbao.world, die eine KI-Plattform rund um den Fussball entwickelt.
Finma-Verfahren gegen Unternehmen und CEO
Für zusätzliche Unsicherheit sorgt ein Verfahren der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma. Wie Haute Capital am 7. Oktober bekannt gegeben hatte, hat die Behörde ein Enforcement-Verfahren gegen die Gesellschaft und ihren CEO Thibault Leroy Bürki eröffnet.
Laut Unternehmen betreffen die Untersuchungen Sachverhalte, die bereits seit September 2025 bekannt sind und an der Generalversammlung vom 24. Juni 2026 thematisiert wurden. Neue Erkenntnisse seien bislang nicht hinzugekommen.
Haute Capital erklärt, mit der Aufsichtsbehörde vollständig zusammenzuarbeiten. Für das Verfahren wurde keine Rückstellung gebildet. Der Ausgang ist offen.
Zudem hätten die liquiden Mittel per Ende Juni die Verbindlichkeiten um mehr als das Hundertfache überstiegen.
Haute Capital wurde 2017 gegründet und ist seit 2022 an der BX Swiss kotiert. Die Gesellschaft investiert in Schweizer und europäische Unternehmen.















