Warum gehört Private Equity in ein Kernportfolio?
Lionel Assant, Global Co-Chief Investment Officer von Blackstone, erklärt, warum Blackstone glaubt, dass Anleger ihre Allokationen neu bewerten.
Warum überdenken Investoren ihre Allokation in börsennotierten Aktien?
Die öffentlichen Aktienmärkte sind heute stärker konzentriert als je zuvor in der jüngeren Geschichte. Rund 40 Prozent1 der Marktkapitalisierung des Index entfallen inzwischen auf die zehn grössten Unternehmen – der höchste je verzeichnete Konzentrationsgrad, wobei acht der Top 10 «Big-Tech»-Werte sind. Diese Mega-Cap-Aktien bewegen sich tendenziell gemeinsam, besonders in Stressphasen der Märkte. Bewegen sich die grössten Aktien im Gleichschritt, kann die Diversifikation, auf die sich Anleger verlassen, unbemerkt schwinden – wodurch passive Portfolios einem höheren Konzentrationsrisiko ausgesetzt sind, als vielen bewusst ist.
Warum ist diese Chance heute relevant?
Das Universum privater Unternehmen ist riesig, und Anleger, die nur in öffentlichen Märkten investieren, verpassen wichtige Chancen. Rund 86 Prozent der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 250 Millionen US-Dollar befinden sich in privater Hand.2 Zudem bleiben Unternehmen deutlich länger privat: Das mediane IPO-Alter hat sich verdoppelt, von 6 Jahren im Jahr 2000 auf 12 Jahre im Jahr 2025,3 während die Zahl börsennotierter US-Unternehmen seit 1996 um rund 50 Prozent gesunken ist.4 Private Kapitalmärkte bieten heute die Grösse, das Fachwissen und das geduldige Kapital, die früher einen Börsengang erforderten – ein Grossteil der Wertschöpfung findet somit bereits vor dem Börsengang statt.
So weisen die fünf grössten Privatunternehmen im Durchschnitt eine Bewertung von über 500 Milliarden US-Dollar auf – das 50-Fache der Bewertung, mit der die aktuell fünf grössten börsennotierten Unternehmen an die Börse gegangen sind.5 Dies stellt unseres Erachtens einen Werttransfer von öffentlichen zu privaten Marktinvestoren dar, ein Trend, der mit dem weiteren Wachstum privater Kapitalpools anhalten dürfte. Das verwaltete Vermögen in privaten Märkten wird bis 2027 voraussichtlich 18 Billionen US-Dollar übersteigen, gegenüber unter 3 Billionen US-Dollar im Jahr 2010,6 und bietet Anlegern Zugang zu einem wachsenden Universum mit Diversifikations- und Performancepotenzial gegenüber zunehmend konzentrierten öffentlichen Portfolios.
Wie hat Private Equity historisch gegenüber öffentlichen Märkten abgeschnitten?
In den vergangenen 20 Jahren erzielte Private Equity durchschnittliche jährliche Renditen von rund 13 Prozent, verglichen mit 8 Prozent bei öffentlichen Aktien – eine jährliche Prämie von rund 500 Basispunkten, die sich über mehrere Marktzyklen hinweg als robust erwiesen hat.7 Private-Equity-Manager fördern durch langfristiges Kapital Innovation, operative Exzellenz und strategische Weitsicht und unterstützen Unternehmen so bei Transformation und Wachstum. Bei Blackstones führenden Corporate-Buyout-Fonds ist diese Outperformance in der Regel keine reine Multiple-Expansion: Der Grossteil der Rendite stammt aus echtem Gewinnwachstum.
Wie fördern Sie in der Praxis Gewinnwachstum und Unternehmenstransformation?
Unser Ziel ist es, den Unternehmen, die wir unterstützen, mehr als nur Kapital zu bieten. Über ein eigenes Portfolio-Operations-Team aus operativen Fachleuten und Branchenexperten helfen wir Managementteams, die Führung zu stärken, das Wachstum zu beschleunigen, den Betrieb zu verbessern und in neue Märkte zu expandieren. Diese praxisnahe Unterstützung ist zentral für unseren Ansatz, wertvollere und beständigere Unternehmen aufzubauen.
Jersey Mike's ist hierfür ein anschauliches Beispiel. Wir übernahmen den führenden Sandwich-Franchisegeber im Januar 2025, wurden dessen erster institutioneller Partner und unterstützten Gründer Peter Cancro in der nächsten Wachstumsphase. Wir halfen, erfahrene Führungskräfte zu rekrutieren, die Pipeline für neue Standorte von rund 1.100 auf 1.600 zu erweitern, die internationale Expansion nach Kanada, Grossbritannien und Irland einzuleiten und die digitalen sowie Marketingfähigkeiten der Marke zu stärken – mit einem Umsatzwachstum im Gesamtsystem von rund 18 Prozent und einem EBITDA-Wachstum von 34 Prozent (letzte zwölf Monate zum zweiten Quartal 2026 vs. 2024).8 Dies ist die Art operativer Wirkung, die führende Private-Equity-Manager wie Blackstone erzielen können, und letztlich das, was langfristig Performance erzeugt.
Was bedeutet das für die Allokation von Anlegern?
Da die Mehrheit der weltweit grössten Unternehmen heute privat bleibt und Private Equity über eine solide, operativ gestützte Erfolgsbilanz verfügt, ist eine strategische Allokation in Private Equity unseres Erachtens längst keine blosse Portfolioverbesserung mehr. Sie ist ein zentraler Baustein für Anleger, die Wachstum und echte Diversifikation gegenüber einem zunehmend konzentrierten öffentlichen Markt suchen.
- Mehr über das Private-Equity-Geschäft von Blackstone erfahren Sie hier.
Quelle
1 Bloomberg, Stand 13. August 2026.
2 Capital IQ, Juni 2024. Bezieht sich auf den Anteil der Unternehmen an der Gesamtzahl öffentlicher und privater Unternehmen in Nordamerika, Europa und Asien, die für das Geschäftsjahr 2024, 2023 oder 2022 Umsätze von mehr als 250 Mio. USD gemäss der Unternehmensdatenbank von Capital IQ ausgewiesen haben.
3 University of Florida, Stand Dezember 2025, «Initial Public Offerings: Median Age of IPOs Through 2025.»
4 World Federation of Exchanges, Stand 31. Dezember 2024.
5 Bloomberg, CapIQ, CB Insights, Stand 30. Juni 2026.
6 S&P Global, «Private Markets — A Growing, Alternative Asset Class» und «Private Markets: Still Waters Run Deep.»
7 Vergleich privater Märkte, repräsentiert durch den Cambridge Associates' Private Equity Index, mit öffentlichen Märkten, repräsentiert durch den MSCI World Index, Stand März 2025, jüngste verfügbare Daten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf zukünftige Ergebnisse zu.
8 Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Das EBITDA der letzten zwölf Monate zum Q2 2026 spiegelt das normalisierte EBITDA wider; das EBITDA 2024 basiert auf den Bewertungen zum Zeitpunkt der Übernahme. Vergleichbare, bei der SEC eingereichte Kennzahlen liegen bei 263 Mio. USD für das Gesamtjahr 2024 und 362 Mio. USD für die letzten zwölf Monate zum Q2 2026, basierend auf dem Mittelwert der Managementprognose in der S-1-Einreichung. Anpassungen (Addbacks) zum normalisierten EBITDA stehen vor allem im Zusammenhang mit dem Übergang von einem gründergeführten Unternehmen und sollen im Zeitverlauf schrittweise entfallen.
Hinweis: Dies gibt die aktuellen Markteinschätzungen von Blackstone wieder, die sich ändern können. Einige Informationen stammen von Dritten. Verweise auf allgemeine Markt-, Wirtschafts-, Branchen- oder politische Trends dienen ausschliesslich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar.
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