Hublot will an Glanz-Ära anknüpfen

Beim Uhrenhersteller Hublot weht ein neuer Wind. Dies wurde bei einem Mediengespräch am vergangenen Montag deutlich, zu dem Julien Tornare (CEO seit September 2024) geladen hatte.

Tornare, der seit fast 30 Jahren in der helvetischen Uhrenbranche unterwegs ist (davon 17 Jahre bei Vacheron Constantin, vor allem in Asien), kontrastiert im Typus wesentlich mit seinem Vorgänger Ricardo Guadalupe, der das Unternehmen seit dem Abschied von Jean-Claude Biver im Jahr 2012 geleitet hatte.

«Outgoing»-Qualitäten

Guadalupe ist ein aristokratisch-distinguierter Spanier, dessen freundliche Distanziertheit nicht überall in gleichem Masse verstanden wurde. Tornare dagegen knüpft in Sachen «Outgoingness» und Freude an öffentlicher Präsenz fast ein wenig an Jean-Claude Bivers Qualitäten an.

Der knapp über 50 Jahre alte Julien Tornare wuchs in Genf auf und bewegt sich auf dem internationalen Uhrenparkett mit dem ganz eigenen Charme, der viele Romands mit italienischen Wurzeln auszeichnet. In seiner Waadtländer Wohngemeinde wirkt er an der Kommunalpolitik mit.

Gewichtige Neuigkeiten

Und er hatte gewichtige Neuigkeiten zu berichten: Hublot wird nämlich die langjährige Sponsoring-Partnerschaft mit der FIFA nicht erneuern. Mit anderen Worten: Anders als bei der FIFA-WM in Katar (2022) wird Hublot nächstes Jahr in den USA nicht mehr mit von der Partie sein. Auf Nachfrage von finews.ch verwies Tornare primär auf Preis-Leistungsüberlegungen.

Er bekräftigte allerdings, dass Fussball für die Marke ein Kern-Engagement bleibe. Dabei verwies Tornare auf die Zusammenarbeit mit der UEFA und auf verstärkte Aktivitäten im lateinamerikanischen, namentlich im mexikanischen, Fussballsport. Lateinamerika sei für die Marke ein zentraler Markt.

Street-Credibility steigern

Übergreifend betonte Tornare seine Absicht, die Street-Credibility von Hublot in Sachen Uhrmacherhandwerk zu stärken. Er kündigte eine in-house Offensive bei den eigenen Uhrwerken an, die sich zeitlich mit der Einweihung des erweiterten Produktionscampus in Nyon überlappt. Ein Bestandteil davon seien auch 400 Quadratmeter Erlebniswelt, speziell für Kunden.

Tornares Ziel ist es, Hublot in selbstbewusster kultureller Eigenständigkeit als Top-Marke neben Rolex und Patek Philippe weiter zu etablieren.

Sport, Kunst, Musik

Als Mittel der Wahl erwähnte der CEO neben der erwähnten Technik-Offensive Partnerschaften in den Bereichen Sport, Kunst und Musik. Diesbezüglich seien nächstes Jahr bahnbrechende Ankündigungen zu erwarten.

Eine erste Wegmarke steht bereits anlässlich der «LVMH Watch Week» Ende Januar bevor, wenn die Uhrenmarken des Mutterkonzerns LVMH (nebst Hublot sind dies TAG Heuer, Zenith und Bulgari) erste Produktneuheiten ankündigen. Bei Hublot, so Julien Tornare, stehe eine Neuinterpretation der «Big Bang» auf dem Programm, auf welcher einst Jean-Claude Biver eine Erfolgssträhne ungeahnten Ausmasses losgetreten hatte.