Die Bankkunden wollen ihre Bankfiliale behalten

Eine Niederlassung vor Ort ist den meisten Kunden immer noch wichtiger als der Online-Kontakt. Und das, obwohl sich viele in der Bank unwohl fühlen.

Die Meinungen wogen seit Jahren hin und her: Die Bankfiliale stirbt. Nein, die Bankfiliale erlebt ein Comeback. Was nun?

Eine neue, positive Beurteilung kommt jetzt aus Deutschland: Dort ist 65 Prozent der Bankkunden eine Zweigstelle in der Nähe ihres Wohnorts wichtiger als die ständige Erreichbarkeit der Bank über Telefon oder Internet.

Dies ergab eine repräsentative Studie der Unternehmensberatung Eurogroup Consulting in Frankfurt. 

Auch die Jungen wollen zur Bank

Vor allem: Selbst Junge suchen den Kontakt zur Bank lieber via Niederlassung. Genauer: Bei den 18- bis 24-Jährigen legen 64 Prozent Wert darauf, eine Zweigstelle ihrer Bank in der Nähe des Wohnorts vorzufinden. «Damit zeigt sich, dass sich das Modell der Filialbank auch im Online-Zeitalter behauptet hat», sagt Heinrich Piermeier, Partner von Eurogroup Consulting.

Allerdings erwarten gerade jüngere Kunden, dass ihre Bank neben der Filiale ebenfalls Angebote im Internet bereithält. So ist fast die Hälfte der 18- bis 34-Jährigen der Meinung, dass eine Bank stärker auf Dienstleistungen und Angebote im Internet setzen muss, um sie als neue Kunden zu gewinnen.

Viele fühlen sich nicht recht willkommen

Viele Kunden scheinen unzufrieden mit dem Konzept ihrer Hausbank. 59 Prozent haben das Gefühl, in der Filiale ihrer Bank nicht immer willkommen zu sein; bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar drei Viertel der Befragten (was sich aus den eher schmalen Konti dieser Altersgruppe erklären dürfte).

Weiter sagten 47 Prozent aller Befragten, dass sie ungern ihre Bank aufsuchen, weil sie sich dort nicht wohl fühlen. Etwas mehr als die Hälfte der Bankkunden äusserte zum Beispiel das Problem, dass sie Schwierigkeiten haben, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Und so wünschen sich fast zwei Drittel Prozent der Kunden einen persönlichen Ansprechpartner, an den sie sich jederzeit wenden können. Dies ist den meisten Befragten wichtiger als flexible Öffnungszeiten oder modern gestaltete Filialräume.

Heinich Piermeiers Fazit: «Banken müssen stärker darauf hören, was ihre Kunden wollen. Dann hat das Modell der Filialbank eine Zukunft.»

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Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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