Streitsache Müller: Gnadenfrist für Sarasin

Heute Freitag hätte ein Gericht in der Betrugsklage des Drogerieunternehmers Erwin Müller gegen die Bank J. Safra Sarasin einen Entscheid bekannt geben wollen. Nun ist der Termin abgesagt.

Der Fall liegt bei der 4. Zivilkammer des Landgerichts UIm bei der Vorsitzenden Renate Baur. Diesen Freitag war ein Verkündungstermin in der Klage des Drogerieunternehmers Erwin Müller gegen die Bank J. Safra Sarasin (vormals Bank Sarasin) anberaumt gewesen.

Wie die «Stuttgarter Zeitung» aber schrieb, hat die Vorsitzende Baur die Notbremse gezogen. Der Termin ist auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.

Drogerieunternehmer Müller fordert von J. Safra Sarasin 47 Millionen Euro an verschwundenen Anlagegeldern zurück. Er sieht sich als Opfer des so genannten Dividenden-Strippings. Bei diesen Geschäften leiht sich eine Bank Aktien, die sie nicht selbst besitzt, und verkauft sie.

Müller will von nichts gewusst haben

Weil bis zur Lieferung der Papiere zum vereinbarten Zeitpunkt unklar bleibt, wem die Aktie gehört, werden zwei Steuergutschriften ausgestellt. Die Banken konnten sich so vom Fiskus mehr Steuern erstatten lassen, als sie in Wirklichkeit gezahlt hatten.

Das Produkt, welches Sarasin damals Müller anbot, hiess Sheridan Solutions Equity Arbitrage Funds mit einem Renditeversprechen von 12 Prozent pro Jahr. Müller will nicht gewusst haben, dass dieses Produkt nur funktionierte, wenn der deutsche Staat Kapitalertragsteuern erstattete, die zuvor gar nicht abgeführt worden waren.

Neuer Richter muss einarbeiten

Ein erster mündlicher Verhandlungstermin hatte am 2. Dezember 2013 stattgefunden. Danach hätten beide Parteien noch Schriftsätze eingereicht und es seien rechtliche Hinweise ergangen, die wiederum die Stellungnahme der Gegenpartei bedürften, begründete die Vorsitzende den aufgehobenen Verkündungstermin.

Laut «Stuttgarter Zeitung» steckt hinter der Verschiebung aber mehr: Dem Gericht rannte die Zeit davon. Richterin Baur gehe Ende Januar in den Ruhestand, ihr Beisitzer wechselt zugleich den Arbeitsplatz. Ein neuer Vorsitzender muss sich jetzt neu in den komplizierten Fall einarbeiten.

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NEWS GANZ KURZ

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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