So kann eine Bank Erfolg haben

Trotz Geschäftssitz in einem Baucontainer hat die Ersparniskasse Affoltern im Emmental im vergangenen Jahr höchst erfolgreich geschäftet. Die Mikrobank ist in mancherlei Hinsicht ein Vorbild.

Die Repräsentanz der Ersparniskasse Affoltern im Emmental war den grössten Teil des vergangenen Jahres ein Baucontainer, weil der Sitz selber umgebaut wurde. Dem Geschäftsgang war dies in keiner Weise abträglich, und die Kunden hat es ebenfalls nicht abgeschreckt.

Wie der Blog «Nebenwerte Schweiz» schreibt, ist das Geschäftsjahr sogar besser als erwartet verlaufen. Der Gewinn stieg um 1 Prozent auf 717'000 Franken, der Gesamtertrag um 2 Prozent auf 4,6 Millionen Franken, wobei inbesondere das Zinsdifferenzgeschäft die Erwartungen übertraf.

Die Mikrobank mit einer Bilanzsumme von 232 Millionen Franken kann mit einigen stolzen Kennzahlen aufwarten, von denen andere Institute nur träumen können. Zunächst die Cost-Income-Ratio: Der Ersparniskasse gelang es, im zweiten Geschäftsjahr in Folge, einen Wert von unter 50 Prozent zu erreichen.

Sonderkonditionen für Aktionäre

Die 49,1 Prozent seien 2013 trotz der Kosten für den Umbau erreicht worden, schreibt die Bank. Auch die Bilanz ist mit einem Eigenkapital von 12,9 Prozent solide.

Der regionalen Verankerung gilt das Hauptaugenmerk der Bank, die 1873 gegründet wurde. Sie fördert dieses durch Kunden- und Aktionärsbindungsmassnahmen. So werden Aktionäre, die mehr als acht Aktien der Ersparniskasse besitzen, mit Sonderkonditionen belohnt: Sie erhalten höhere Zinsen auf ihren Konti, deren Führung kostenlos ist. Gratis ist auch die Maestro-Karte.

Frauenquote von 70 Prozent

Die Bank steht unter der Leitung von Christoph Müller und beschäftigt insgesamt zehn Angestellte, davon zwei Lehrlinge. Der Frauenanteil in der Belegschaft beträgt rekordverdächtige 70 Prozent. Im siebenköpfigen Verwaltungsrat findet sich dagegen keine einzige Frau.

Dem Trend der Zusammenschlüsse lokaler und regionaler Banken widersetzt sich die Ersparniskasse. Sie werde ihre Eigenständigkeit nicht aufgeben, versichert die Geschäftsleitung.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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