Jacques De Saussure: «Wir werden das US-Problem meistern»

Die Genfer Privatbank Pictet rechnet für sich mit einer guten Lösung im US-Steuerstreit. Seniorpartner Jacques de Saussure hofft, dass die US-Behörden den Kooperationswillen von Pictet anerkennen.

Die US-Steuerproblematik «nehmen wir sehr ernst, aber wir glauben, dass wir dieses Problem gut meistern werden», sagte Jacques de Saussure (Bild), Seniorpartner von Pictet, in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Pictet sei froh, Fortschritte in den Verhandlungen mit den US-Behörden zu sehen. Wie lange sich die Verhandlungen allerdings noch hinziehen werden, darüber mochte de Saussure nicht spekulieren.

Er sei aber zuversichtlich, «dass wir letztlich eine Lösung erreichen werden, welche die Qualität von Pictets Compliance-Massnahmen und Verhalten angemessen widerspiegelt», sagte er weiter. Pictet habe schon früh, nämlich Ende 2006 beziehungsweise Anfang 2007, eine spezielle Geschäftseinheit gegründet, «die unter Beachtung aller regulatorischen Vorgaben amerikanische Kunden betreut». Mittlerweile verwalte diese Gesellschaft Vermögen in Höhe von rund 4,2 Milliarden Dollar.

Volksentscheide bereiten Sorge

Der Schweizer Finanzplatz habe auch nach dem Wegfall des Bankkundengeheimnisses noch «sehr viel zu bieten», erklärte de Saussure weiter. Allerdings bereiten dem Genfer Privatbankier die Tendenz des Schweizer Gesetzgebers zur Überregulierung oder die jüngst gefällten Volksentscheide Sorgen. Die Annahme der Volksinitiative «gegen die Masseneinwanderung» und die Minder-Initiative hätten Rechtsunsicherheit geschaffen. «Dies ist ein neues Phänomen in der Schweiz, die als Hort der Stabilität gilt», sagte de Saussure.

Zu der von der Bankiervereingung und des Fondsverbands Sfama lancierten Initiative, die Schweiz zu einem Hub im Asset Management zu machen, meinte de Saussure: «Die Schweiz ist hier international bis jetzt nicht vorne dabei, aber ich sehe schon Potenzial für gewisse Erfolgsgeschichten».

Asset-Management-Initiative hat Potenzial

Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass das Asset Management eine andere Kultur und eine andere Infrastruktur benötige als das Private Banking. «Für Banken wird es nicht möglich sein, mit dem bisherigen Private-Banking-Produktionsapparat nun plötzlich Asset Management zu betreiben. Das ist eine Illusion», ist der Pictet-Seniorpartner überzeugt.

Asset Management sei seiner Natur nach ein volatiles Geschäft. «Wenn die Anlage-Performance nicht stimmt, sind die Kunden schnell weg», so de Saussure. Private Banking sei da stabiler.

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