HSBC will auch nach dem Verkauf von Kundengeldern wachsen

Nachdem die HSBC Private Bank rund 10 Milliarden Franken an Kundenvermögen der liechtensteinischen LGT-Gruppe verkauft hat, könnte man meinen, das Institut blase zum Rückzug. Doch dem ist offenbar nicht so.

Die HSBC Private Bank (Suisse) ist der internationale Brückenkopf für das Vermögensverwaltungsgeschäft des HSBC-Konzerns. In den vergangenen Jahren war das Institut zahlreichen Turbulenzen ausgesetzt, nicht zuletzt durch die Datendiebstahl-Affäre rund um den ominösen IT-Mitarbeiter Hervé Falciani. In der Folge kam es auch zu zahlreichen personellen Veränderungen und zu einem neuen Chef in der Person von Franco Morra.

Gleichzeitig hat sich das Unternehmen nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer konzernweiten Reorganisation auch in der Schweiz restrukturiert. In diesem Kontext steht der am Dienstag bekanntgegebene Verkauf von Kunden-Portfolios im Wert von gut 10 Milliarden Franken an die in Vaduz ansässige LGT-Gruppe.

Insgesamt 20 Prioritäts-Märkte

Mit dem Verkauf wechseln rund 70 Kundenberater das Unternehmen. Mit dem Weggang dieser Frontleute sei kein weiterer Stellenabbau geplant, erklärte ein HSBC-Sprecher auf Anfrage von finews.ch. Vermutungen gingen dahin, dass allenfalls auch einige Leute im Back-Office überzählig sein könnten. Doch dem ist offenbar nicht so.

Die Bank wolle trotz des Assets-Verkauf weiter wachsen, bekräftigte der Sprecher. Die Schweiz spiele dabei als Standort eine wichtige Rolle, um internationale Kunden aus den Zielmärkten zu bedienen.

Wie weiter zu erfahren war, hat der HSBC-Konzern zwei Heimmärkte Hongkong und London sowie 20 Prioritäts-Märkte, dazu gehört auch die Schweiz sowie beispielsweise Brasilien, Argentinien und Mexiko in Südamerika, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien und die Türkei.

Viertgrösste Auslandsbank

Die nun veräusserten Kundenportfolios stammten von Kunden aus Ländern, die heute keine Priorität mehr im Rahmen der HSBC-Strategie hätten, sagte der Sprecher.

Die HSBC Private Bank (Schweiz) beschäftigt insgesamt 1'400 Personen und verwaltete per Ende 2013 rund 75 Milliarden Franken und ist damit die viertgrösste Auslandsbank in der Schweiz.

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