UBS will Stamford nun doch die Treue halten

Die US-Stadt Stamford fürchtete, die Schweizer Grossbank UBS würde ihr riesiges Handelszentrum dort schliessen. Jetzt kommt es anders. Doch die wechselvolle Saga ist noch lange nicht zu Ende.

Aufatmen in Stamford. Allem Anschein nach bleibt die UBS mit ihrem wichtigen Handelsraum der Stadt im amerikanischen Bundestaat Connecticut nun doch erhalten.

Wie das Lokalblatt «Stamford Advocate» nämlich berichtet, kamen sich Behörden und die Schweizer Grossbank überein: Die UBS bleibt bis 2021 in Connecticut. «Das Abkommen macht Sinn für die UBS und Stamford», liess sich dazu Dannel Malloy vernehmen, seines Zeichens Gouverneur des kleinen US-Bundestaats unweit der New Yorker Finanzmetropole.

Zitterpartie

Damit findet die seit Tagen andauernde Zitterpartie ein Ende. Die UBS-Investmentbank unterhält in Stamford seit 2002 einen riesiges Handelszentrum (Bild) – das grösste der Welt. Entsprechend wichtig ist sie als lokaler Arbeitgeber.

Doch seit der Finanzkrise geht die Angst um in Stamford. Die UBS baute weltweit ihr Investmentbanking zurück und halbierte ihre Arbeitskraft vor Ort. Aufgeschreckt schloss die Stadt 2011 ein Abkommen mit der Grossbank. Der UBS wurden 20 Millionen Franken Fördergelder zugesprochen – unter der Bedingung, dass Stamford bis ins Jahr 2016 rund 2'000 UBS-Stellen erhalten bleiben.

Doch weil Teile des gewaltigen Handelsraums unlängst zum Verkauf ausgeschrieben wurden, zweifelte sogar Gouverneur Malloy daran, dass die UBS ihren Teil des Abkommens einhalten werde. Die Gemüter in Stamford gingen hoch, wie auch finews.ch berichtete.

Damokles-Schwert

Offensichtlich konnte die Schweizer Grossbank nun doch noch zum Bleiben überredet werden. Weiterhin hängt jedoch ein Damokles-Schwert über der von der Finanzindustrie so abhängigen Stadt.

Unter ihrem Präsidenten Axel Weber und Chef Sergio Ermotti verfolgt die UBS eisern ihre Strategie, zum führenden Vermögensverwalter zu avancieren – und die Investmentbank zurückzufahren. Langfristig dürften die Strategen in Zürich wohl wenig auf die Bedürfnisse einer amerikanischen Provinzstadt Rücksicht nehmen können.

Die Stamford-Saga ist noch nicht abgeschlossen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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