Banken-Ombudsmann erhält brisante Post aus Frankreich

Französische Kunden werfen Schweizer Banken vor, sie bei der Regularisierung von Schwarzgeld schlecht beraten zu haben. Jetzt dringen sie auf Schadenersatz. Das lässt aufhorchen.

Die Schweizer Banken – allen voran die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse – rühmen sich immer wieder, wie rasch sie ihre Schwarzgeld-Kunden los werden. Nun zeigt sich, dass die hastige Flucht in die Ära des Weissgelds ein Nachspiel haben könnte.

Wie nämlich die Agentur «AWP» berichtet, wendete sich ein Pariser Anwalt, der mehrere französische Kunden von Schweizer Banken vertritt, an den Banken-Ombudsman. In einem auf den 24. Dezember datierten Schreiben wirft der Rechtsvertreter hiesigen Instituten vor, seine Klienten bei der Regularisierung ihrer unversteuerten Vermögen schlecht beraten zu haben, wie es weiter heisst.

Schadenersatz gefordert

Die nun rebellierenden Bankkunden machen demnach geltend, dass sie im Rahmen der in Frankreich in den Jahren 2009 und 2013 lancierten Regularisierungs-Programmen starke Vermögensverluste erlitten hätten. Die Regularisierung heute zehnmal mehr als früher, so der Pariser Anwalt in seinem Schreiben. Er fordert nun Schadenersatz von den Schweizer Banken – inklusive Zinsen.

Der Banken-Ombudsmann Marco Franchetti kommentierte das Schreiben gegenüber der Agentur nicht. Klar ist, dass er sich für die wütenden Franzosen nur begrenzt ins Zeug legen kann. Der Banken-Ombudsmann ist kein staatliches Gericht. Die Stelle ist vielmehr als neutraler Vermittler gedacht, der das Gespräch zwischen Banken und verärgerten Kunden fördern soll.

Teure Kunstfehler?

Dass aber mögliche Kunstfehler bei der Regularisierung nun Forderungen gegenüber Schweizer Banken nach sich ziehen, lässt dennoch aufhorchen. Denn bei den enormen Summen Schwarzgeld, die im Zuge des Steuerstreits offengelegt werden mussten, könnten Schadenersatzklagen für das Swiss Banking rasch teuer werden.

Dabei kommt erschwerend hinzu, dass Klagen von Ausländern gegen Schweizer Banken seit 2011 wesentlich weniger Hürden nehmen müssen als zuvor.

Freipass an Ausländer

Mit der Unterzeichnung des so genannten Lugano-Abkommens gab die Schweiz damals solchen Klägern die Möglichkeit, ihre Forderungen gegenüber Schweizer Banken auch vor einem ausländischen Gericht geltend zu machen.

Und deren Richter dürften wohl weit weniger an Vermittlung interessiert sein als der Schweizer Banken-Ombudsmann.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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