BSI-Chef Stefano Coduri: Milliarden für Italien

Erstmals beziffert der CEO der Tessiner Privatbank, wie viel das südliche Nachbarland bald an den Schweizer Banken verdienen könnte.

Noch ist das revidierte Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Italien nicht umgesetzt. Doch schon jetzt ist für Stefano Coduri (Bild), Chef der im Tessiner Banca della Svizzera Italiana (BSI), klar: Künftig wird viel Geld aus hiesigen Banken Richtung Italien abfliessen.

«Es ist wahrscheinlich, dass einige Milliarden Euro von den Schweizer Banken zum italienischen Fiskus fliessen werden», sagte Coduri gegenüber der Agentur «AWP».

18 Milliarden aus Italien

Allerdings sei es schwierig abzuschätzen, wie viele der italienischen BSI-Kunden ihr Schwarzgeld in der Schweiz unter einen neuen Regime freiwillig anzeigen würden, so Coduri. Bei der BSI machten dabei die verwalteten Vermögen aus Italien maximal 18 Milliarden Franken aus. Diese seien aber «nicht zwangsläufig von der Massnahme betroffen», wie der BSI-Chef gegenüber «AWP» versicherte.

Dabei hat Coduri noch ganz andere Sorgen an der Spitze der letzten Juli von der brasilianisch BTG Pactual übernommenen Privatbank.

Margenschwund wegen SNB

Die Tessiner Privatbank BSI erwartet im laufenden Geschäftsjahr einen Margenschwund aufgrund der Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Da muss Coduri gegenhalten. «Wir werden für unsere institutionellen Kunden wahrscheinlich ebenfalls Negativzinsen einführen müssen», warnt der Banker.

Schwacher Trost

Immerhin würden wegen des SNB-Entscheids keine weiteren Mitarbeiter entlassen, verspricht Coduri. Die Zürcher Privatbank Julius Bär schreckte kürzlich mit der Meldung auf, dass sie wegen des Franken-Schocks 200 Stellen streichen wird.

Für die BSI-Banker ist dies allerdings ein schwacher Trost. Ein bei der Bank im Herbst 2013 lanciertes Sparprogramm sieht vor, dass bis Ende 2015 rund 160 Arbeitsplätze wegfallen.

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