Der Verkauf von Coutts International erweist sich als zäher Brocken

Die Royal Bank of Scotland tut sich mit dem Verkauf ihrer Coutts Privatbank schwerer als befürchtet. Nun soll sich ein weiterer potenzieller Käufer aus dem Feld der Interessenten verabschiedet haben.

Überraschende Wendung im Verkaufsprozess um die Privatbank Coutts International: Die Singapurer DBS habe sich aus dem Feld der verbleibenden Bieter verabschiedet, schrieb die in der Regel gut informierte Singapurer Branchenplattform «Asianprivatebanker.com» (Artikel bezahlpflichtig) am Mittwoch.

DBS hatte seit Beginn der Verkaufsgespräche zu den stärksten Interessenten für Coutts gehört und auch ein Angebot in einer ersten Bieterrunde gemacht.

Société Générale oder doch Credit Suisse?

Die Singapurer Privatbank war aber nur an den asiatischen Kundengeldern der britischen Privatbank mit Schweizer Sitz interessiert – also rund 15 Milliarden Dollar. Sie soll darum mit der Société Générale ein Konsortium gegründet haben; die französische Bank hätte dann die europäischen und übrigen Assets in der Höhe von rund 20 Milliarden Dollar gekauft.

Im vergangenen Februar berichteten verschiedene Quellen aus Singapur dann, Société Générale sei nicht mehr Teil des Konsortiums mit DBS. Dafür sei nun die Credit Suisse mit an Bord und an den nicht-asiatischen Teilen von Coutts interessiert.

Steuerproblematik nicht ausgestanden

Doch nun ist offenbar DBS aus dem Rennen. Über die Gründe des Rückzugs des Singapurer Finanzinstituts war nichts in Erfahrung zu bringen. Doch scheinen Altlasten aus der Coutts-Vergangenheit den Verkaufsprozess erheblich zu erschweren.

So musste die Muttergesellschaft der Coutts, die Royal Bank of Scotland (RBS), anlässlich der Veröffentlichung ihrer Jahresergebnisse einräumen, dass deutsche Behörden eine Untersuchung gegen Coutts wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung von deren Kundschaft eingeleitet hatten.

Die Meldung platzte mitten in die Nachrichten um den HSBC-Skandal. Das ist höchst unangenehm für die Coutts-Mutter RBS, die in Grossbritannien ebenfalls ins Kreuzfeuer der Politiker zu geraten droht. Die «Financial Times» hatte bereits berichtet, dass die potenziellen Käufer von Coutts den HSBC-Skandal nutzen wollten, um den Kaufpreis zu drücken.

Was macht Julius Bär?

RBS soll rund 1,2 Milliarden Franken für ihre Schweizer Privatbank verlangen, was gemessen an den rund 32 Milliarden Franken Kundengeldern ein stolzer Preis wäre.

Möglicherweise zu viel Geld für die DBS. Unter den übrig gebliebenen Interessenten um ANZ und Investec sind mit der Credit Suisse, Union Bancaire Privée und J. Safra Sarasin auch drei Schweizer Banken. Wobei möglicherweise noch ein vierter Schweizer Käufer eine Abwartehaltung eingenommen hat: Julius Bär.

Oder britische Investorengruppe?

Die Privatbank hat gemäss den Aussagen ihres CEO Boris Collardi am Bieterprozess nicht teilgenommen. Interesse an Coutts hat Collardi aber jedesmal geäussert, wenn er danach gefragt wurde.

Zuletzt machte in Singapur auch das Gerücht die Runde, eine britische Investorengruppe wolle Coutts übernehmen, damit die Privatbank britisch bleibe. Das Gerücht liess sich bislang nicht bestätigen.

Für RBS wird es aber langsam kritisch: Je länger sich der Verkaufsprozess hinzieht, desto länger ist Coutts weitgehend handlungsunfähig. Die Privatbank hat es mit ihrer ungewissen Zukunft schwer, Neukunden zu generieren. Bestehende könnten abwandern, nicht zu sprechen von Angestellten.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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