Den Schweizer Regionalbanken fehlt eine Lobby

Zwischen den Schweizer Regionalbanken sowie der Finma und der Schweizerischen Bankiervereinigung gibt es erhebliche Dissonanzen.

Swiss Town©Shutterstock

Eine Umfrage über die Befindlichkeit der Schweizer Regionalbanken fördert schockierende Befunde zutage. So fühlen sich die vorwiegend in ländlichen Gegenden tätigen Finanzinstitute von ihrer Lobbyorganisation – der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) – «so gut wie gar nicht vertreten».

Die SBVg würde die speziellen Bedürfnisse und Eigenheiten der Regionalbanken regelrecht marginalisieren, heisst es in der «Branchenanalyse Regionalbanken 2015» weiter. Dabei handelt es sich um eine Umfrage von «schweizeraktien.net», einer Online-Investitionsplattform für Nebenwerte.

Schlecht vertreten

So würden die konkreten Anliegen auf taube Ohren stossen, erklären die befragten Regionalbanken-Vertreter. Diese Dissonanz äussert sich darin, dass mehr als 50 Prozent aller Befragten finden, die SBVg würde ihre Interessen gegenüber der Politik und dem Regulator nicht oder kaum vertreten (siehe Grafik).

Umfrage 500

Eine Erklärung dafür dürfte wohl darin liegen, dass die SBVg thematisch vor allem von den beiden Schweizer Grossbanken und den Privatbanken dominiert wird. So mögen die inlandorientierten Institute eher etwas zu kurz kommen, zumal sie im Gegensatz zu den Kantonal- oder Raiffeisen-Banken keine weitreichende Lobbyorganisation haben.   

Wenig Verständnis und Sensibilität

Aber auch der Kontakt mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) beurteilen die meisten Regionalbanken-Vertreter als eher schlecht, wie der Analyse weiter zu entnehmen ist. Wichtigster Kritikpunkt ist dabei der Umstand, dass die Finma ihre Regulierungs- und Aufsichtsmassnahmen, unabhängig von Grösse und Geschäftsfeldern der jeweiligen Banken umsetze, ganz nach dem Motto: «One size fits all».

Für die Finma sei es irrelevant, dass die neuen Vorgaben und Bestimmungen vor allem für grosse und international aktive Banken gemacht worden seien. monieren die Regionalbanken-Vertreter. Stattdessen setze sie ihre Regelwerke mit wenig Verständnis für die betroffenen Regionalinstitute um. Das Resultat seien enorme Kosten, wie es in der Analyse weiter heisst.

Dringender Dialog erforderlich

«Bevor sich die SBVg und die Finma noch weiter von den Erfordernissen der Regionalbanken und deren Kunden entfernen, sollte dringend ein Dialog auf höchster politischer Ebene zu der konflikthaften Konstellation angestossen werden», heisst es in dem Branchenreport abschliessend.

Schliesslich gehe es um die zuverlässige Versorgung von weiten Teilen der ländlichen Bevölkerung in der Schweiz mit Bankdienstleistungen. Ein Aushöhlen des über Jahrhunderte gewachsenen ländlichen Banksystems könne in der basisdemokratisch geprägten Eidgenossenschaft keinesfalls hingenommen werden.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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