Cum-Ex-Deals: Der grosse Verdacht der deutschen Steuerfahnder

UBS Frankfurt

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Deutsche Steuerfahnder verdächtigen mehr als 100 Finanzdienstleister, sich mit heiklen Deals beim deutschen Fiskus bedient haben. Auch ein prominentes Schweizer Institut ist in ihr Visier geraten.

Es ist eine Schatzkarte, welche die Steuerfahndung Wuppertal im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen gefunden haben will. Im September 2015 kaufte das Bundesland von einem Informanten für 5 Millionen Euro einen Daten-Stick. Dessen Inhalt erweist sich nun als äusserst brisant, wie das deutsche «Handelsblatt» in einem ausführlichen Bericht (Artikel bezahlpflichtig) vermeldete.

Demnach finden sich auf dem Stick nicht nur Belege, dass 129 Finanzdienstleister in Geschäfte mit mehrfach erstatteten Kapitalertragssteuern – so genannten Cum-Ex-Deals – verwickelt waren. Das Material des anonymen Verkäufers zeigt den Ermittlern offenbar auch, wo sie in den Banken selbst weitere Belege finden können, die sie noch brauchen, um die Steuertricks nachweisen zu können, wie berichtet wird.

700 Millionen Euro Nachforderungen

Die Liste der Verdächtigen könnte prominenter nicht besetzt sein, findet das «Handelsblatt»: die Deutsche Bank in Frankfurt, Barclays aus London, BNP Paribas in Paris, Goldman Sachs aus New York – und die UBS in der Schweiz.

Sie alle sollen zwischen 2007 und 2012 die Cum-Ex-Geschäfte betrieben haben, bei denen die Gewinne letztlich aus der deutschen Steuerkasse kamen.

Der Informant der Ermittler geht davon aus, dass mit seinen Daten rund 700 Millionen Euro Steuern nachträglich eingefordert werden könnten. Nordrhein-Westfalen hat bereits mit früheren Datenkäufen 2 Milliarden Euro eingetrieben.

Verdacht zur Unzeit

Für das Deutschland-Geschäft der UBS kommen die neuen Verdächtigungen zum ungünstigen Zeitpunkt – obwohl der Verdacht die Schweizer Konzernmutter trifft. Nach einem weiteren Verlust im Jahr 2014 setzte die Grossbank in den letzten Monaten alles daran, im Nachbarland endlich wieder schwarz zu schreiben.

Weitere juristische Verstrickungen kann sie da schlecht gebrauchen. 2014 musste die Schweizer UBS in Deutschland bereits eine Busse von 300 Millionen Euro zahlen, weil sie deutschen Staatsbürgern beim Steuerbetrug geholfen hatte.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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