Wenn ein Analyst «kaufen» sagt und «verkaufen» meint

Ein Analyst der Deutschen Bank hat eine Aktie weiter zum Kaufen empfohlen, während er eigentlich anderer Meinung war. Dies erfuhren aber nur einige Hedgefonds. Jetzt ist er seinen Job los.

Ein ehemaliger Analyst der Deutschen Bank ist von der US-Börsenaufsicht SEC mit einer Geldbusse von 100'000 Dollar und einem einjährigen Berufsverbot bestraft worden, wie die «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) berichtete.

Der Grund: Er hatte im Jahr 2012 nach einem Meeting mit den Managern eines US-Unternehmens einigen Hedgefonds-Kunden der Deutschen Bank seine Zweifel über die Aussichten des Unternehmens mitgeteilt. Prompt verkauften einige der Hedgefonds ihre gesamten Aktien.

Die guten Beziehungen zum Management

Am Tag darauf verschickte der Analyst einen Bericht an die übrige Deutsche-Bank-Kundschaft, in welchem er die Aktie weiterhin auf einem Kauf-Rating hatte. Er habe sich die guten Beziehungen mit dem Management nicht verscherzen wollen, war seine Begründung, als die Sache aufflog.

Der Analyst verstiess damit gegen eine seit 1934 bestehende Regel, wonach sie ihre persönliche Sichtweise immer korrekt wiedergeben müssen. Der Fall ist aber insofern von Bedeutung, weil sich das Verhältnis von «Kaufen» zu «Verkaufen»-Empfehlungen noch weiter verändert hat.

Missverhältnis bei Analystenempfehlungen

Während die Broker und Investmentbanken mit einem Rückgang von Kommissionserträgen konfrontiert sind, nehmen auch die «Verkaufen»-Empfehlungen ab.

Der betreffende Analyst war 2013 von der Deutschen Bank entlassen worden, weil er gegen interne Standards verstossen habe. Seinen jetzigen Arbeitgeber CRT Capital musste er diese Woche verlassen.

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Saxo Bank

Antonio Ferrante, der Chef der Saxo Bank Schweiz, ist zurückgetreten. Interimistisch übernimmt Patrick Hunger seinen Posten. Ferrante war nur wenig länger als zwei Jahre Chef des Online-Trading-Hauses. Er kam Anfang 2014 von der Credit Suisse für Søren Mose, der Saxo zusammen mit COO Ian Keates und Finanzchef Martin Beinhoff abrupt verlassen hatte.

Aargauische Kantonalbank

Das Staatsinstitut muss dem Kanton Aargau aus dem Rekordgewinn von 2015 mehr Geld abliefern. In die Staatskasse fliessen gemäss Beschluss des Eigners 91 Millionen Franken. Das sind 16 Millionen Franken mehr, als die Bank vorgeschlagen hat.

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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