Mit den Kantonalbanken gegen die Roboter

Die Schweizer Staatsbanken versuchen sich neuerdings als Game-Schmiede. Alles für einen guten Zweck, natürlich.

Die Roboter sind in der Stadt. Und wollen die Herrschaft übernehmen. Das ist nicht etwa ein Szenario der Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens. Sondern das Drehbuch zum neuen Online-Game «FinanceMissionHeroes» der Schweizer Kantonalbanken.

Dabei geht es natürlich um einen guten Zweck. Beim «digitalen Lernspiel», wie am Mittwoch mitgeteilt wurde, schlüpfen Kinder und Jugendliche in die Rolle eines Superhelden und müssen eine Stadt von Robotern befreien. Dabei gilt es, geeignete Finanzierungsstrategien für Ausrüstungsgegenstände zu wählen, die Zeitressourcen einzuteilen und richtig zu budgetieren.

Damit sollen Schüler auf spielerische Weise Finanzkompetenz erlernen.

Auf Verschuldung sensibilisieren

Dass die Game-App schon für Siebenjährige freigegeben ist, ist anzunehmen, dass dabei nicht «gesplattert» wird, also Öl und Roboter-Teile in alle Richtungen spritzen (siehe Demo-Video unten).

Angesichts der Sponsoren ist das auch nicht zu erwarten. Hinter dem Verein FinanceMission stehen laut Mitteilung die Vereinigung Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB), der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz und das Syndicat des enseignants romands. Wie es weiter heisst, sollen damit die angehenden Erwachsenen auf die Verschuldungsthematik sensibilisert werden: in der Schweiz leben über ein Viertel der 18- bis 24-Jährigen in einem Haushalt mit Zahlungsrückständen.

Allerdings mischen auch die Kantonalbanken etwa im Bereich der «schnellen» Konsum-Kredite mit. So die Berner Kantonalbank als Partner von Cashgate, und diverse andere Staatsbanken über den Kreditkarten-Spezialisten Aduno.

Ein Schelm, wer da ein Doppelspiel vermuten würde.

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