Smartwatches: Warum sich Nick Hayek warm anziehen sollte

Nick Hayek, Bild youtube

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Der Uhrenkonzern Swatch lancierte mit viel Pomp eine Bezahlfunktion für seine Smartwatch. Allerdings muss Chef Nick Hayek bald mit mächtiger Konkurrenz im Heimmarkt rechnen.

Schon letzten November hatte Swatch den Einstieg ins Geschäft mit dem kontaktlosen Bezahlen angekündigt: Den Trägern der Smartwatch Bellamy des Bieler Uhrenbauers sollte es künftig möglich sein, ihre Einkäufe bequem übers Handgelenk zu tätigen.

Kürzlich wurden nun die Details über den Vorstoss von Swatch-Chef Nick Hayek in die Fintech-Sphäre bekannt: Die Smartwatch Bellamy (Bild unten) ab Juni hierzulande in den Handel. In ihrer Bezahlfunktion wird die Uhr dabei vorgängig mit Geld «geladen» und verfügt über NFC-Technologie für die Verbindung zu den Bezahl-Terminals. Zahlungen werden so automatisch abgebucht.

Finanz-Partnerin der mit einigem Medienrummel gestarteten Bellamy ist die Tessiner Cornèr Bank.

Swatch Bellamy 500

Apple im Visier

Als Hauptkonkurrent hatte Swatch dabei wohl stets die Apple Watch des amerikanischen IT-Riesen im Visier. Seit dessen Smartwatches in der Schweiz erhältlich sind, erleiden die hiesigen Uhrenproduzenten sichtbare Umsatzeinbussen.

Doch wie sich zeigt, gibt es noch einen anderen Gegner als Apple – und der verfügt zumindest in der Schweiz über gewaltige Muskeln. Es ist der Telekom-Riese Swisscom.

Das dem so ist, liegt nicht unmittelbar auf der Hand. Zwar hat Swisscom vor einigen Tagen ebenfalls eine Smartwatch lanciert. Unter dem etwas holprigen Slogan «Freiheit am Arm» kombiniert der blaue Riese eine Samsung-Uhr (Bild unten) mit seiner eSIM-Applikation.

eSIM 500

Wetter und Musik statt Franken

Mit der App können Nutzer laut Swisscom über die Uhr Musik hören, Termine und News überprüfen, die Wettervorhersage abrufen, Fitness-Daten checken, Nachrichten versenden oder telefonieren.

Vom Bezahlen ist bei eSIM allerdings keine Rede. Noch.

Denn unglücklicherweise ist die Bezahl-App Paymit, die von der Börsenbetreiberin SIX, der Zürcher Kantonalbank und der UBS entwickelt wurde und die neben Swisscom inzwischen zahlreiche Banken übernommen haben, nicht kompatibel mit eSIM. Denn Paymit benötigt optische Verifikation (QR-Codes) zur Abwicklung von Transaktionen. Das kann die Swisscom-Smartwatch nicht leisten.

Alles hängt an der Fusion

Doch wie es im Umfeld des Telekom-Riesen heisst, ist damit noch nicht aller Tage Abend. Denn die Smartwatch ist Bluetooth-fähig – was sie im Grundsatz kompatibel für Twint macht, die andere wichtige Bezahl-App in der Schweiz. Würden die Technologien von Twint und Paymit zusammengeführt, könnte eSIM als Konkurrenzangebot zu anderen Smartwatch-Bezahlangeboten positioniert werden.

Und genau diese Fusion streben die Betreiber der beiden Applikationen an. Wie auch finews.ch berichtete, soll der Zusammenschluss gar unmittelbar bevorstehen. Kommt es dazu, fände eine Allianz aus sämtlichen Schweizer Grossbanken, zahlreicher Regionalbanken, Swisscom, SIX und dem Retailer Coop zusammen.

Warten auf den Riesen aus Cupertino

Genug Marktmacht also, um sämtliche Konkurrenten der eigenen Smartwatch aus dem Feld zu schlagen. Wenigstens auf Zeit.

Denn bekanntermassen hat Apple das Patent für eine Bezahl-App in der Schweiz schon angemeldet. Dessen Apple Watch war von Anfang an mit einem NFC-Chip ausgerüstet und kann daher als Zahlungsgerät eingesetzt werden. Wenn es der Riese aus Cupertino denn will.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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