Postfinance: Jetzt bleibt nur noch Hansruedi Köngs Hintertürchen

Hansruedi Köng

Hansruedi Köng, Chef Postfinance

Daran wollen die Politiker in Bern nicht rütteln: Postfinance verfügt zwar über eine Banklizenz, darf aber selber keine Kredite und Hypotheken vergeben. So lehnte nun die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats eine entsprechende Motion des Ständerats Roberto Zanetti ab, wie die Agentur «AWP» berichtete.

Der Solothurner Sozialdemokrat Zanetti wollte das Verbot der Gewährung von Krediten und Hypotheken aufheben. Dieses zwinge die Postbank zu überproportionalen Anlagen in ausländische Unternehmen und zu hohen Einlagen bei der Nationalbank, befand er.

Dabei habe die Postfinance den Auftrag, als systemrelevante Bank die volkswirtschaftlichen Risiken minimieren.

Vergebliches Drängeln

Doch Zanetti drang damit bei seinen Ständerats-Kollegen nicht durch, und bei der Post-Tochter bleibt bezüglich Kreditvergabe alles beim Alten. Sie ist weiterhin auf Bankpartner wie Valiant oder die Münchner Hypothekenbank angewiesen.

Noch bevor der Postfinance im Jahr 2012 erstmals die Banklizenz erteilt wurde, forderte sie schon die Zugang zum Geschäft mit Hypothekar-Krediten. Und an dieser Forderung hat sie seither festgehalten – vergeblich.

Oder doch nicht? Letzten Juni skizzierte Postfinance-Chef Hansruedi Köng, wie er über einen Umweg doch noch ans Ziel zu gelangen könnte. Nämlich, indem er sein Unternehmen an die Börse bringt.

Gegner ausgehebelt

Tatsächlich erscheint die Privatisierung als schlauer Schachzug, um das wichtigste Argument der Gegner einer Kreditvergabe durch die Post-Tochter auszuhebeln: Bisher machten andere Regionalbanken auch im Bundesparlament gegen den Eintritt des «Staatsbetriebs» in ihr Stammgeschäft erfolgreich Front.

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