Mai
17
2012
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Haben Sie bei der Bank ein Edelmetall-Depot? Mit physischem Metall? Eine US-Sammelklage weckt Zweifel an den Zuständen. Angeklagt ist die UBS.

Der Fall lautet auf Ramsey Personal Trust v. UBS Financial Services, die Sammelklage wurde vor einigen Tagen beim zuständigen US District Court in New York eingereicht, und er hat bereits das Interesse der einschlägigen Edelmetall-Foren geweckt (zum Beispiel hier, hier oder hier).

Dabei ist die Streitsumme begrenzt: Es geht derzeit um 1000 Unzen Silber, macht zum aktuellen Kurs rund 37'000 Franken. Auch ist noch offen, wieviele Kunden sich der class action anschliessen werden. Die UBS wiederum teilt auf Anfrage mit, dass sie «diese Klage als haltlos erachtet» – man werde «sich entschieden dagegen zur Wehr setzen.»

Und doch ist Ramsey v. UBS interessant: Denn vor wenigen Jahren wurde ein fast identischer Fall durchgespielt, und er zwang Morgan Stanley am Ende zu einem Vergleich samt Zahlung einer Millionensumme.

Es geht um die Frage: Wie physisch muss ein Edelmetall gelagert werden? Die Klägerin, eine Stiftung in Michigan, hatte bei der Grossbank ein Depot über besagte 1000 Unzen Silber. Regelmässig bezahlte sie denn auch die Lagergebühr – die, so die Klageschrift, einmal auch stillschweigend von 25 auf 50 Dollar erhöht wurde.

Statt Silberbesitzer war er Gläubiger

Allerdings: Als sich der Kunde im letzten Frühjahr nach seinen Silberbeständen erkundigte, erhielt er (laut eigener Darstellung «nach wiederholter Anfrage») die Antwort, er besitze gar kein physisches Silber. UBS verwalte für ihn lediglich unallozierte Silberpositionen, oder zu deutsch: Derivate. Wenn er physisches Metall wünsche, koste ihn der Switch 35 Cents pro Unze.

Dies nachdem die Bank – so die Klage – ein Vierteljahrhundert lang Lagergebühren erhoben hatte. Bei seinem ersten Silberkauf im Jahre 1984 war der Ramsey Personal Trust noch Kunde von PaineWebber gewesen, die Verträge wechselten dann im Jahr 2000 mit der Übernahme zu UBS Wealth Management. Insgesamt habe die Bank zu Unrecht 8000 Dollar an storage fees einkassiert.

Die Erklärung: Das sei «branchenüblich»

Vor allem aber, so der Vorwurf, hätte die UBS den Kunden in einem entscheidenden Punkt hintergangen. Denn wenn eine Bank lediglich unzugewiesene Silberpositionen zuweist, trägt der Kunde ein höheres Risiko: Statt Besitzer von 1000 Unzen Silber ist er im Ernstfall ein Gläubiger, er trägt ein Emittentenrisiko.

Gerade bei Edelmetallen, die oft zur Absicherung gegen drastische Finanzkrisen gekauft werden, ist dieser Unterschied aus Kundensicht entscheidend.

In einem vergleichbaren Fall hatten Kunden vor sechs Jahren Morgan Stanley dasselbe vorgeworfen: Die Grossbank habe ihnen zugesagt, Edelmetalle für sie zu erwerben und einzulagern – in Tat und Wahrheit jedoch habe sie viel vagere und unsichere Anlagen getätigt. Es ging um Silber, Palladium, Gold und Platin, das in einem Zeitraum zwischen 1986 und 2007 gekauft worden sei. Im Juni 2007 einigte sich die Bank schliesslich mit ihren Kunden: Morgan Stanley bezahlte den Sammelklägern insgesamt 4,4 Millionen Dollar aus.

Bemerkenswert war dabei eine Erklärung der Grossbank: Was man getan habe, sei «standard industry practice» – also branchenüblich.

«Überprüfen Sie Ihre Metallvorräte!»

Avery Goodman, ein auf Anlegerfragen spezialisierter Anwalt und FINRA-Berater, sichtet im neuen UBS-Fall denn auch Beunruhigendes: Die Verdächtigungen im Fall UBS wie im Fall Morgan Stanley deuteten an, dass Kleinanleger zwangsläufig in unallozierte Lager-Schemen hineingezogen werden. «Aus mehreren Gründen verstehen viele von ihnen nicht, was geschieht.»

In diesem Fall werde sich wohl endgültig zeigen, dass die Banken ihren Kunden gegenüber mehr Klarheit schaffen müssen, so der Fachanwalt.

Und grundsätzlich gibt er denn den Tipp: «Weise Edelmetallinvestoren sollten ihre Metallvorräte überprüfen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Bank Ihren Besitz genau ausweist – mit exaktem Gewicht, Hersteller und Barrennummer.»

Kommentare 

 
#13 Gast 2011-04-06 15:30
zitiere Bomb Squad:
.....sondern: "Du aufmachen Tresor! Dawai!"
Alles klar?


Du musst einfach schneller abdrücken als die ! Nein im Ernst nichts ist 100% sicher ausser der Tod, damit müsst ihr leben. Es kann Sinn machen einen Tresor zuhause oder bei der Bank, jeder muss selber wissen was er tut. Ich glaube eigentlich nicht mehr an ein Goldverbot in der heutigen Zeit, wenn die Regierungen an Geld kommen wollen gehen sie eher an Eigenheimbesitzer oder Wertschriften ran. Und wer an Hyperinflation glaubt kann ja anstelle von Gold andere physische Waren kaufen wie Diamanten etc. oder ganz einfach alte Weisheit, leg nicht alle Eier ins selbe Körbchen, das eine tun, das andere nicht lassen.
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#12 Gast 2011-04-04 19:25
zitiere Bomb Squad:
@ alpenland:
Woher sollen denn "gewisse Leute" wie die Bilderberger im Bilde sein, daß ich Gold habe und wo sie danach suchen sollen? Erklär' mir das mal!
.


Hallo Bomber,
Du hast mich da ein wenig missverstanden. Diese Leute wissen nicht, dass DUUU Gold hast, aber sie wissen rechtzeitig wenn von Regierungen Natbanken, relevante Beschlüsse gefasst werden ! That for shore, nur die Unwissenden verlieren.
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#11 Gast 2011-04-04 10:59
Die Voten zum Thema sind teilweise grotesk und lassen auf eine hochgradige Paranoia der Autoren schliessen. Die Verlustängste, die hier offensichtlich vorherrschen, müssen enorm sein. Die Gier, die dahinter steckt, offenbar auch. Einfach nur peinlich. Am besten verbuddelt Ihr Eure Dukaten im Garten (gleich neben dem Hamster), legt eine fehlerhafte Schatzkarte an und verscheissert damit Eure Erben, Ihr Pfennigfuchser.
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#10 Gast 2011-04-02 16:50
@ alpenland:
Woher sollen denn "gewisse Leute" wie die Bilderberger im Bilde sein, daß ich Gold habe und wo sie danach suchen sollen? Erklär' mir das mal!
Und wegen dem "Wegputzen": Das regelt man ganz einfach: Man geht zu einem Anwalt seines Vertrauens und übergibt einen Brief, indem ein wenig Kauderwelsch drinsteht, das außerhalb der Familie keiner versteht. Auch der Anwalt nicht - ganz wichtig! Die haben nämlich auch so ihre Verbindungen... Dieser Brief wird nur an Mitglieder der Familie ausgehändigt (Reihenfolge läßt sich festlegen), wenn diese meinen Tod anzeigen, amtlich bestätigen können und nicht damit in Verbindung stehen (= Mord und Totschlag). Natürlich dürfen die Mitglieder der Familie vorher nicht ahnen, daß das Füllhorn über ihnen ausgeschüttet wird, damit sie gar nicht erst in Versuchung zu kommen, mein Ableben zu "organisieren".
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#9 Gast 2011-04-02 13:37
@Bomsquad: Stimme Dir vollständig zu.
Nicht zu vergessen ist jedoch, dass es gewisse Leute gibt, welche zum Voraus im Bild sind (Spitzenbeamte, und alle Logen und Servicclubs, Bilderberger sowiso und natürlich - die Spitzenbanker.
Nun gut, wenn Du schon vergräbst, dann müsstes Du doch deinem Liebslingssohn oder Tochter irgendwas mitteilen. Wäre etwas dumm, wenns dich vom Stänglein putzt und niemand weis wass !
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#8 Gast 2011-04-02 12:46
Noch mal zum Tresor daheim: Ich habe ja keine Ahnung, wie Ihr alle so wohnt, aber ich wüßte meinerseits nicht, wie ich den Tresor so sehr geheimhalten kann, daß ihn ganz sicher keine "Lebensabschnittsgefährtin", kein Besuch, kein Handwerker, kein Strom-/Wasser-/Gas-Zähler-Ableser, keine Putzhilfe, kein Vermieter, kein Bauamt-Mitarbeiter, kein Schornsteinfeger... jemals zu Gesicht bekommt. Und dann geht nämlich das Getuschel los, weil sowas haben die vorher noch nie gesehen - und wenn die Einbrecher erst mal im Haus stehen, werden die bestimmt nicht sagen: "Gruezi, wir sind auf Empfehlung von Frau X hier!" sondern: "Du aufmachen Tresor! Dawai!"
Alles klar?
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#7 Gast 2011-04-02 12:25
Na, ich gebe Euch ja Recht, daß es mit der Edelmetall-Aufbewahrung in der Bank so seine Tücken haben kann - und zwar von heute auf gleich, weil eine Beschlagnahmeorder oder ein allgemeines Goldverbot sicher nicht erst im Parlament durchdiskutiert wird, sondern als Regierungserlaß erst kommuniziert wird, wenn die Anweisungen an die Banken schon raus sind.
Aber einen TRESOR zuhause?! Das ist meiner Meinung nach das allerdümmste. Vor allem einer, dem man ansieht, wie sündhaft teuer er war! Den schafft sich ja nun niemand an als "trendige Hausbar", sondern da ist dann sicher auch was drin! Und wenn die Herren Einbrecher erst mal anfangen, den Hausbesitzern als kleine "Erinnerungshilfe" an das Schlüsselversteck oder den Code die Fingernägel rauszuzupfen - dann möchte ich eure Standfestigkeit mal sehen! Also besser so einbuddeln, daß es wieder Tag wird, ehe die "Goldsohle" erschürft ist!
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#6 Gast 2011-03-31 13:25
@Tom Wug: Ich gebe Ihnen Recht, ausser beim Preis, für 1500 € bekommen sie keinen guten & sicheren Safe, je nach Grösse sollten sie schon 5000-15000€ investieren (natürlich Abhängig von Platzbedarf, Widerstandsgrad etc.), um wirklich etwas Gutes zu bekommen. Es lohnt sich aber so oder so, wenn man die jährligen Schrankfachgebühren rechnet, alleine schon finanziell und dann noch ihre Argumente. Dazu kommt, dass man seine schönen Sachen jederzeit begutachten kann und sich daran freuen. Versicherungswert und Grösse geben eine gute Richtschnur beim Kauf.
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#5 Gast 2011-03-31 09:11
Ich kann es nicht verstehen, es gibt Menschen die glauben, ein Bankschließfach ist sicher. So naiv geht doch garnicht. Aber offensichtlich doch!
Was "Silverager" schreibt ist absolut korrekt, das FI oder Zoll steht dann neben dir, und die sagen dann bestimmt nicht dank, sondern "beschlagnahmt" und tschüß.
Der Größte Betrug sind für mich ETF´s, ihr werdet es erleben, denn an "euer physisches Edelmetall" kommt ihr nie und nimmer und gleich garnicht, wenn der groß Knall kommt.
Der Kunde der UBS 8000 $ Lagerkosten für lumpige 1000 Unzen Silber bezahlt hat, der ist doch nicht ganz dicht. Ein guter Panzerschrank kostet heute ca. 1500,00€ vor 20 Jahren viel weniger.
Ihr könnt mich auslachen, oder denken was Ihr wollt, aber "physisch" heist für mich -MEINE- und das kann ich anfassen wann immer ich will, auch Sonntag Nacht 23.°°Uhr, wenn der Wachschutz vor euerem so sichen Bankschießfach schläft.
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#4 Gast 2011-03-31 07:11
Wer den Banken oder der Regierung immer noch vertraut, kann doch mehr nicht alle Tassen im Schrank haben.
Wir werden von vorn und hinten belogen und bestohlen.
Selbst ein Schließfach (auch bei einer kleinen Regionabank) ist im Krisenfall äußerst unsicher. Denn mit einem Federstrich kann der Gesetzgeber festlegen, dass ein Schließfach nur in Gegenwart eines Zoll- oder Finanzbeamten geöffnet werden kann.
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