UBS kommt in Deutschland auf Touren

Für die deutsche Tochter der Grossbank hat das Jahr 2011 operativ gut begonnen. Nach einem Verlust im Vorjahr kehrt sie in die Gewinnzone zurück.

Der 2010 eingeleitete Turnaround trägt Früchte: UBS Deutschland erzielte im ersten Halbjahr einen Gewinn von 11,3 Millionen Euro. 2010 resultierte noch ein Verlust von 19,9 Millionen Euro.

Die Unternehmensbereiche Global Asset Management und Investment Bank haben einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis der UBS in Deutschland geleistet. Noch nicht nachhaltig verbessert hat sich die Situation im Wealth Management, positiven Trends zum Trotz.

Vertrauen kehrt zurück

Die Reputationsschatten weichen: Die Bank registriert netto wieder einen Neugeldzufluss. Die Ertragslage im Bereich Wealth Management hat sich bereits spürbar verbessert. Allerdings hatte das Ultra-High-Net-Worth-Segment «mit Mittelabflüssen zu kämpfen», wie die Bank das im Halbjahresbericht formulierte.

Sie erklärt das in erster Linie mit Einmaleffekten wie Abgänge weniger, grösserer Kunden. Dennoch hält die UBS Deutschland an den Zielen für die nahe Zukunft fest: die verstärkte Fokussierung auf die Zielgruppe, der High- und Ultra-High-Net-Worth-Individuals.

Lukrativere Produkte wieder gefragter

Oberste strategische Priorität aber bleibt weiterhin, die Profitabilitätslücke in dem Geschäftsbereich zu schliessen, in dem gut 600 der insgesamt knapp 1'100 Mitarbeiter tätig sind. Die positive Entwicklung im Wealth Management führt die Bank auf die zunehmende Änderung der Kundenpräferenzen zurück.

Im Zuge zurückgewonnenen Vertrauens gegenüber UBS und der Finanzbranche und wieder zunehmender Reputation steigt die Nachfrage auch nach klassischen Vermögensverwaltungsprodukten höherer Komplexität allmählich wieder an, die für die Bank lukrativer sind. Gegenüber Vermögensverwaltungsmandaten beobachtet die Bank aber immer noch eine «spürbare Zurückhaltung».

Intergrierte Bank bleibt auch in Deutschland das Modell

Die UBS setzt auch in Deutschland voll auf das integrierte Geschäftsmodell. Sie arbeite «mit wachsendem Erfolg» daran, Potenziale zu nutzen, die aus dem integrierten Geschäftsmodell erwachsen, das heisst der Verbindung von Wealth Management, Global Asset Management und Investment Bank unter dem gemeinsamen Dach einer Aktiengesellschaft deutschen Rechts.

Das Wealth Management erwartet für 2011 eine weitere Stabilisierung des Kundenvertrauens und geht davon aus, dass sich die Profitabilitätswende beschleunigen werde.

Global Asset Management hat und wird im Jahr 2011 verschiedenste Initiativen ergreifen, um das Wachstumsmomentum zu erhöhen. So wird beispielsweise das Vertriebsteam im Distribution-Partner-Bereich mit erfahrenen Vertriebskräften ausgebaut.

Im Investment Banking gibt sich UBS Deutschland zurückhaltend, eine Einschätzung des kurz- und mittelfristigen Geschäftsverlaufs sei derzeit wenig verlässlich. Für das Gesamtjahr strebt sie ein leicht steigendes Ergebnis an.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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