Fussnoten oder der Skandal, der keiner ist

Fussnoten sind zumeist sehr klein gedruckt und werden oftmals überlesen. Das habe mitunter seine Tücken, findet Renate Schwob von der Schweizerischen Bankiervereinigung.

Renate_Schwob_1Renate Schwob ist Leiterin Finanzmarkt Schweiz und stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung

Zugegeben, ich hasse es auch, wenn ich in wissenschaftlichen Publikationen hinter jedem Satz eine Fussnote finde und in der Fussnote dann wortreich anhand von zahllosen Zitaten erklärt wird, was dieser Satz denn nun wirklich zu bedeuten habe.

Andererseits habe ich Verständnis dafür, dass im Zeitalter der Plagiatsvorwürfe die Zahl der Fussnoten in wissenschaftlichen Publikationen exponentiell angestiegen ist.

Die Autoren sind sichtlich bestrebt, nur ja nicht den Hinweis auf irgendein Werk zu unterlassen, dessen Autor sich auch noch entfernt mit der Thematik befasst haben könnte.

Unlautere Praktiken

Und so liest man in der Regel halt über die Fussnoten hinweg. Manchmal aber tragen genau solche Fussnoten zum Verständnis einer Thematik bei. So geschehen in den durch Indiskretion bekannt gewordenen Vorschlägen der Bankiervereinigung zur Weissgeldstrategie.

Da haben einzelne Medien, denen der Text offenbar vorliegt, ihr Erstaunen darüber bekundet, dass im Entwurf nun unlautere Praktiken angeprangert würden, die offenbar in der Vergangenheit vorgekommen seien. Aufgezählt werden dann Praktiken, die, man reibt sich die Augen, schon seit 35 Jahren verboten sind.

Verbot der aktiven Beihilfe

Denn sie finden sich bereits in der Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfalt der Banken, der VSB. Diese handelt zwar von Identifizierung von Vertragspartnern und Feststellung von wirtschaftlich Berechtigten, aber eben auch vom Verbot der aktiven Beihilfe zu Steuerhinterziehung und Kapitalflucht (Artikel 8 und 9).

Die VSB wurde 1977 geschaffen, und bereits 1977 stand dieses Verbot unter Aufzählung der im einzelnen verbotenen Praktiken in dieser Vereinbarung drin. Und genau aus dieser Vereinbarung soll es nun in die neuen Richtlinien übernommen werden.

Nur in einer Fussnote

Wer gegen Art. 8 und 9 VSB verstösst, wird seit 35 Jahren gemäss VSB mit Busse sanktioniert. Die Umsetzung des Verbots wird von von den Prüfgesellschaften der Banken kontrolliert und die Finma beurteilt entsprechende Sachverhalte mit Blick auf die Gewähr für einwandfreie Geschäftsführung, und das auch seit 35 Jahren.

Der Hinweis im Richtlinienentwurf, dass das entsprechende Verbot nun aus der VSB in die neuen Richtlinien übernommen wird, findet sich freilich nur in einer Fussnote. Sie ist in der Tat entsprechend klein gedruckt wie alle Fussnoten und wurde hier offenbar übersehen.

Die Moral von der Geschichte? Auch Fussnoten enthalten mitunter wertvolle Informationen.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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