Businessphones abseits von Blackberry und iPhone

Neben Google hat nun auch Microsoft eine neue, stark überarbeitete Version ihres mobilen Betriebssystem lanciert und zielt damit auf Geschäftskunden.

Der Blackberry gilt in der Geschäftswelt als das Businessphone schlechthin. Seit es das iPhone gibt, sind zwar eine Menge Manager auf das Mobiltelefon von Apple umgestiegen. Bei den meisten grossen Unternehmen wird jedoch noch immer auf die Blackberry-Mobiltelefone aus dem Hause Research in Motion (RIM) gesetzt.

Seit einiger Zeit machen sich mitunter Grossbanken Gedanken auch andere Mobiltelefone, wie eben das iPhone, als Geschäftstelefon zuzulassen. Doch das iPhone ist nicht die einzige Business-Alternative. Wie haben zwei Kandidaten von HTC mit den neuen Betriebssystemen von Microsoft (Windows Mobile 7) und Google (Android 2.2, Froyo) auf ihre Tauglichkeit im Geschäftsalltag unter die Lupe genommen.

HTCs

Ausstattung:

Beide Mobiltelefone verfügen über einen kapazitiven Touchscreen-Bildschirm mit einer Bilddiagonalen von 10,9 Zentimetern, der eine Auflösung von 480 mal 800 Pixel in WVGA Grafik auf das Display bringt. Zudem besitzen die Telefone einen Gravitations-Sensor, der das Bild beim Drehen des Telefons mitdrehen lässt.

Verbindung zum Internet nehmen die Telefone wahlweise über WLAN auf oder über das Mobilfunknetz via 3G-Standard. Eine schnelle Anbindung an das World Wide Web ist also bei beiden Telefonen gesichert.

Zwei Multimedia-Profis

Beim HD7 ist im Telefon ein 8 GB-Speicher verbaut, während beim Desire HD lediglich 1,5 GB an Platz für Daten vorhanden ist. Das Desire HD kann jedoch dank microSD-Slot um zusätzlichen Speicherplatz erweitert werden.

Beide Telefone verfügen über ein modernes Multimedia-Center und können sowohl mit diversen Musikdateien umgehen als auch HD-Videos abspielen und Fotos verwalten. Eigene Schnappschüsse und Video werden beim HD7 über eine 5-Mexapixel-Kammera mit Doppel-LED-Blitz aufgenommen. Das Desire HD ist gar mit einer 8-Megapixel-Kammera ausgerüstet.

Business-Tools:

Sowohl das auf Windows Mobile 7 basierende HTC HD7 als auch das Desire HD, welches unter Android läuft, fordern den Anwender beim erstmaligen Einschalten zur Synchronisation mit alten Kontaktdaten und zum Einrichten von Mail-Konten auf. Dabei können Kontaktdaten via Bluetooth von einem alten Mobiltelefon überspielt werden.

Im Test klappte dies beim Desire HD ohne Probleme, während das HD7 nicht alle Geräte erkannte. Das HD7 versteht sich jedoch automatisch mit Windows-Rechnern (ab Windows Vista, bei Windows XP muss eine zusätzliche Software installiert werden). Somit können Daten einfach mit dem Computer synchronisiert werden. Wahlweise kann auch das Desire HD via Kabel oder Bluetooth Kontakt mit einem Rechner aufnehmen und so Daten synchronisieren.

Office und Facebook mit dabei

Zudem kann der Anwender auch gleich eine Verbindung zum Sozialen-Netzwerk Facebook herstellt. Wer dies mit dem HD7 tut, dem werden sämtliche Facebook-Kontakte mit den bestehenden abgeglichen. Folglich werden auch sämtliche Facebook-Aktivitäten eines Kontaktes unter dessen Kontakt-Profil angezeigt. Im Adressbuch nicht vorhandene Facebook-Kontakte werden als neue Einträge eingerichtet. Bei einem grossen Facebook-Freundeskreis kann dies zu einem überladenen Adressbuch führen.

Beim HD7 ist als Standard eine kleine Office-Suite mit an Bord. Diese ermöglicht den Umgang mit Word, Excel und Powerpoint Dokumenten. Auf dem HD7 können sogar neue Word- und Excel-Dateien angelegt werden, während Powerpoint-Präsentationen nicht neu erstellt werden können, sondern entweder auf dem Telefon gespeichert oder via SharePoint-Server bereitgestellt werden müssen. Via SharePoint kann auf sämtliche Office-Dateien, die auf einem Geschäfts-Server abgelegt sind, von unterwegs zugegriffen.

Das Handy als Navi

Etwas karger sieht das Angebot auf dem Desire HD aus. Dieses kann lediglich Word- und PDF-Dokumente erkennen, wobei Erstere auch bearbeitet werden können. Das Erstellen von neuen Word-Dokumenten ist dabei nicht möglich.

Beide Telefone verfügen über ein GPS-Modul und haben zudem Zugriff auf detailliertes Kartenmaterial. Auf Wunsch werden Wegbeschreibungen hergestellt. Beim HD7 wird der Weg auf der Karte markiert und via Text Anweisungen gegeben. Das Desire HD hat zudem eine eigene Navigations-Software mit dabei, die den Anwender via Sprachanweisung zum Ziel führt.

Apps:

Sowohl beim HD7 als auch beim Desire HD ist eine Anwendung zur Anzeige von aktuellen Börsenkursen mit von der Partie. Es sind aber nicht die Standard-Applikationen, welche die Attraktivität von modernen Mobiltelefonen fördern, sondern die Zusatz-Apps, die von Dritten entwickelt werden.

Diese können beim HD7 und beim Desire HD über die jeweiligen Marktplätze hinzugefügt werden. In diesem Bereich hat das Desire HD klar die Nase vorne. Im Gegensatz zu Windows Mobile 7 gibt es das offene Betriebssystem Android nun schon einige Jahre. Dementsprechend ist die Fülle von Applikationen für das Betriebssystem weitaus grösser. Zwar übertrifft Apples AppStore noch immer den Android Marketplace, doch Google macht derzeit Boden auf Apple gut.

Dem iPhone auf den Fersen

Windows Mobile 7 auf der anderen Seite gibt es erst seit Kurzem. Derzeit gibt es einige tausend Apps, die zum Download bereitstehen und es ist damit zu rechnen, dass in den kommenden Monaten viele Entwickler ihre Programme für das junge Betriebssystem umschreiben werden. Doch derzeit hinkt Windows in Sachen Apps der Konkurrenz noch hinterher.

So gibt es beispielsweise auch noch keine Applikationen von Schweizer Finanzinstituten für Windows Mobile 7, während schon einige Anbieter, wie beispielsweise Swissquote, neben iPhone-Apps auch schon Android-Programme bereitstellen.

Handling:

Durch die kapazitiven Bildschirme lassen sich beide Telefone bequem und intuitiv mit dem Finger steuern. Auch unterstützen beide Systeme Multitouch-Gesten. Damit kann beispielsweise in Fotos oder auf Karten mittels zweier Finger gezoomt werden. Die Eingaben verlaufen dabei flüssig und bei beiden Geräten kommt es zu keinen Stockern.

Auch Texteingaben erfolgen auf dem Bildschirm über eine eingeblendete Tastatur. Hier macht das HD7 eine bessere Figur. Dies liegt weniger an der Tastatur an sich, sondern an der Sensibilität des Bildschirms. Diese ist beim Desire HD bei der Standardeinstellung etwas zu sensitiv geraten, sodass es oft zu Fehleingaben kommt. Auch wenn man das Telefon lediglich in der Hand hält, kommt es oft vor, dass Finger, die sich am Bildschirmrand befinden, unabsichtlich Eingaben tätigen.

Einen weiteren gewichtigen Abstrich müssen die beiden Geräte bei der Akkulaufzeit auf sich nehmen. Während man mit dem HD7 bei normalem Gebrauch bei voller Akkuladung noch einen Tag übersteht, gab das Desire HD im Test jeweils zum Feierabend seinen Dienst auf. Nutzt man das Telefon oft für stromfressende Anwendungen wie zum Video schauen oder Fotografieren, liegt der Akku noch früher flach. Bei einer Akkulaufzeit unter einem Tag hat man also besser ein Aufladegerät mit bei der Arbeit.

Fazit:

Beide Telefone befinden sich auf dem modernsten Stand der Technik. E-Mail-Konten sind schnell eingerichtet, man surft mit hoher Geschwindigkeit im Internet – auch abseits des heimischen WLAN – und nebenbei dienen sie als Multimedia-Player und Foto- und Video-Kamera. Bei diesem grossen Anwendungsbereich ist lediglich ein kleines Detail in Vergessenheit geraten; schlussendlich sind beides Mobiltelefone. Sie sollten die permanente Erreichbarkeit auch ausserhalb des Arbeitsplatzes gewährleisten. Bei kurzen Akkulaufzeiten von knapp einem Tag ist dieses Kriterium vor allem beim Desire HD nicht erfüllt.

Gutes Multimedia-Telefon

Dieses punktet jedoch im Bereich der Applikationen. Dessen Betriebssystem Android verfügt laut Prognosen bald über gleich viele Apps wie das iPhone. Im Gegensatz zu Apples Betriebssystem iOS ist Android ein quellofenes System. Dies hat zur Folge, dass Entwickler es einfacher haben, Programme dafür zu kreieren und zu veröffentlichen. Android dürfte iOS in diesem Bereich wohl in Kürze überholen.

Auch kann das Desire HD im Multimedia-Bereich und dank dem integrierten Navigationssystem punkten. Negativ aufgefallen ist die fehlende Unterstützung für gewisse Office-Dateien. Diesem Umstand kann man jedoch durch die Installation von Zusatz-Apps Abhilfe schaffen. Nicht so einfach zu vergessen sind jedoch die übersensible Steuerung sowie die enorm kurze Akku-Laufzeit.

Solide im Geschäftsgebrauch

Das HD7 überzeugt durch seine kreative Kontaktverwaltung und breite Anbindung der Office-Palette. Auch macht das gesamte neue Betriebssystem Windows 7 einen guten Eindruck. Erstmals ist Microsoft von ihrem Standard-Design abgekommen und hat etwas Neues gewagt – mit Erfolg.

Im Gegensatz zum Desire HD hält der Akku gut einen Tag durch. Dies ist zwar kein Spitzenwert, doch man kann damit leben. Die im Marktplatz angebotenen Applikationen halten sich zwar noch in Grenzen. Das Angebot dürfte jedoch in Zukunft stark zulegen.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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