Sergio Ermotti: «Die Interessen der Stakeholder haben oberste Priorität»

«Die UBS engagiert sich aktiv im parlamentarischen Prozess zur Bankenregulierung in der Schweiz, um ein Gleichgewicht zwischen finanzieller Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen», sagte UBS-CEO Sergio Ermotti am Mittwoch an einem Webcall zu den Quartalszahlen. «Die Priorität bleibt, die langfristigen Interessen der Aktionäre, Kunden und Mitarbeitenden zu schützen und nachhaltiges Wachstum zu fördern.»

Dabei stellte Ermotti einmal mehr die Bedeutung der UBS für die Wirtschaftskraft der Schweiz heraus, etwa als Kreditgeberin für Unternehmen und Privathaushalte.

Der laufende parlamentarische Prozess zur Bankenregulierung in der Schweiz sei ein entscheidender Faktor für die Zukunft der UBS. «Ich bin überzeugt, dass wir uns – wie bereits im März 2023 – erneut an einem entscheidenden Wendepunkt befinden, an dem die Weichen für die kommenden Jahrzehnte des Schweizer Finanzplatzes gestellt werden», sagte er. «Das Ergebnis der Beratungen im Ständerat im September ist sehr besorgniserregend.»

Die UBS habe alles unternommen, um den Dialog zu suchen und sich konstruktiv einzubringen, mit dem Ziel, die Grundlage für einen «wirklich demokratischen Prozess» zu schaffen.

Jüngster Vorschlag lässt Bedenken ausser Acht

«Unser Ziel war und ist es, eine Lösung zu erreichen, die Finanzstabilität, den Schutz der Steuerzahler und Wettbewerbsfähigkeit miteinander in Einklang bringt.»

Leider gelinge es auch dem jüngsten Vorschlag nicht, dieses Gleichgewicht herzustellen. Er lasse weiterhin die ernsthaften Bedenken ausser Acht, die von der überwältigenden Mehrheit der Teilnehmenden an der Vernehmlassung geäussert worden seien. Gleichzeitig würden die Kapitalanforderungen, die bereits heute zu den strengsten weltweit zählten, unverhältnismässig verschärft.

«Ebenso besorgniserregend ist, dass die Folgen für unsere Aktionäre nicht berücksichtigt werden», mahnt Ermotti. Diese bildeten in Krisenzeiten die erste Verteidigungslinie. Ihre entscheidende finanzielle Unterstützung während der Übernahme der Credit Suisse habe dazu beigetragen, den Ruf und die Finanzstabilität der Schweiz zu schützen.

Langfristige Wettbewerbsfähigkeit muss gewahrt bleiben

Der UBS-Chef sagte, er hätte einen Vorschlag, wonach die Auslandstöchter zu 50 Prozent mit Eigenkapital unterlegt werden müssten, für ausgewogener gehalten. Mögliche Konsequenzen, welche die Bank aus einer für sie nachteiligen, strikten Regulierung ziehen könnte, wollte er nicht kommentieren.

«Wir werden uns weiterhin konstruktiv in den Prozess einbringen, in der Hoffnung, dass das Parlament eine Lösung findet, die die Finanzstabilität des Landes gewährleistet, ohne den Aktionären, Kunden und Mitarbeitenden der UBS unangemessene Kosten aufzubürden oder die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Bank zu beeinträchtigen.»

Die Debatte stosse auf grosse Aufmerksamkeit und führe zu zahlreichen Spekulationen, Meinungsäusserungen und Anfragen nach Klarstellungen seitens der Stakeholder.

«Wir beabsichtigen nicht, auf alle Aspekte einzugehen. In einem Punkt möchten wir jedoch ganz klar sein: Für UBS hat der Schutz der langfristigen Interessen unserer Aktionäre, Kunden und Mitarbeitenden weltweit oberste Priorität.»