2025 war für Swiss Re ein Jahr für die Geschichtsbücher

Bei Swiss Re stieg im Geschäftsjahr 2025 der Konzerngewinn um 47 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar und übertraf damit das Ziel von mehr als 4,4 Milliarden Dollar deutlich. Die Eigenkapitalrendite (ROE) erreichte laut den am Freitag veröffentlichten Zahlen 19,6 Prozent, nach 15,0 Prozent im Vorjahr.

Verwaltungsrat und Konzernleitung schlagen eine Dividendenerhöhung um 9 Prozent auf 8,00 Dollar je Aktie vor. Zusätzlich will Swiss Re 2026 eigene Aktien im Umfang von bis zu 1,5 Milliarden Dollar zurückkaufen. Davon entfallen 500 Millionen Dollar auf das nachhaltige jährliche Rückkaufprogramm.

Underwriting als starker Treiber

Treiber des Ergebnisses war unter anderem das Schaden- und Unfallgeschäft. Der Versicherungsserviceertrag – Ausdruck des versicherungstechnischen Gewinns – stieg um 36 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar (Vorjahr: 4,3 Milliarden Dollar).

Konzern-CEO Andreas Berger spricht vom höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte: «Wir haben 2025 zwei wichtige Prioritäten umgesetzt: die Erreichung der Finanzziele der Gruppe und die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des Unternehmens. Dank diszipliniertem Underwriting, starken Anlagerenditen und der geringen Zahl von Grossschäden nach dem ersten Quartal fiel unser Konzerngewinn so hoch aus wie nie zuvor.»

Die Kapitalanlagerendite (ROI) belief sich auf 4,0 Prozent, die wiederkehrende Rendite auf 4,2 Prozent. Das SST-Quote (Swiss Solvency Test) lag per 1. Januar 2026 bei geschätzten 250 Prozent – inklusive der geplanten Kapitalrückführungen.

Weniger Grossschäden aus Naturkatastrophen

Die Sparte Property & Casualty Reinsurance (P&C Re) steigerte den Gewinn auf 2,8 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1,2 Milliarden Dollar). Die Combined Ratio verbesserte sich signifikant auf 79,4 Prozent und lag damit klar unter dem Zielwert von 85 Prozent.

Grossschäden aus Naturkatastrophen fielen geringer aus als erwartet und beliefen sich auf 813 Millionen Dollar, unter anderem durch Waldbrände in Los Angeles und Hurrikan «Melissa». Hinzu kamen 345 Millionen Dollar aus Grossschäden im Bereich Man-made Losses.

Industriesparte erreichte Zielvorgaben

Zum 1. Januar 2026 erneuerte Swiss Re Verträge mit einem Prämienvolumen von 12,4 Milliarden Dollar. Trotz eines anspruchsvolleren Preisumfelds hielt der Konzern an disziplinierter Zeichnungspolitik fest.

Die Industriesparte Corporate Solutions erzielte einen Gewinn von 988 Millionen Dollar (Vorjahr: 829 Millionen Dollar). Die Combined Ratio verbesserte sich auf 86,5 Prozent und erreichte damit das Ziel von unter 91 Prozent.

Das Ergebnis profitierte von solider Underwriting-Performance und einer geringeren Grossschadenbelastung als erwartet.

Portofolio-Bereinigung bei Leben- und Krankenrückversicherung 

Life & Health Reinsurance (L&H Re) erwirtschaftete einen Gewinn von 1,3 Milliarden Dollar und damit weniger als im Vorjahr (1,5 Milliarden Dollar). Belastend wirkten Annahmeanpassungen in Australien, Israel und Südkorea im Zuge einer umfassenden Portfolioüberprüfung. Das ursprünglich anvisierte Gewinnziel von rund 1,6 Milliarden Dollar wurde daher verfehlt.

Mit Abschluss der Überprüfung sieht sich die Sparte jedoch strategisch neu aufgestellt. Für 2026 wird ein Gewinnanstieg auf 1,7 Milliarden Dollar angestrebt.

Weitere Fortschritte bei iptiQ-Rückzug

Swiss Re treibt den Ausstieg aus dem Digitalversicherer iptiQ voran. Nach mehreren Veräusserungen im Jahresverlauf wurde nun auch für das Amerika-Geschäft eine Verkaufsvereinbarung unterzeichnet; das EMEA-Leben-Geschäft soll in Run-off überführt werden. Damit sind sämtliche Aktivitäten entweder verkauft oder zur Abwicklung vorgesehen.

Veränderungen im Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat plant, Jean-Jacques Henchoz als neues unabhängiges Mitglied vorzuschlagen. Henchoz war bis 2025 CEO von Hannover Re und hatte zuvor leitende Funktionen bei Swiss Re inne. Larry Zimpleman tritt nicht zur Wiederwahl an. Zudem wird Henock Teklu per 1. April 2026 als Group Chief Transformation Officer & Chief of Staff in die Konzernleitung eintreten. Er wechselt vom Vermögensverwalter Blackrock.

Swiss Re bestätigt die im Dezember kommunizierten Ziele. Für 2026 wird ein Konzerngewinn von 4,5 Milliarden Dollar angestrebt. Die Combined-Ratio-Ziele von unter 85 Prozent (P&C Re) und unter 91 Prozent (Corporate Solutions) bleiben bestehen.

Langfristig hält der Konzern an einer IFRS-ROE von über 14 Prozent fest und strebt weiteres Dividendenwachstum von mindestens 7 Prozent jährlich an.