Martin Schlegel macht eine klare Ansage
Der Direktor der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, hat in seiner Rede an der Generalversammlung in Bern einmal mehr auf die derzeit unsichere geopolitische und konjunkturelle Lage hingewiesen.
«Die gestiegenen Energiepreise werden in den nächsten Monaten die Inflation in vielen Ländern weiter erhöhen», sagte er. «Das globale Wachstum dürfte sich vorübergehend verlangsamen.»
As betreffe auch die Schweiz. «Das Wachstum könnte kurzfristig eher verhalten ausfallen, auch wenn wir mittelfristig eine gewisse Belebung erwarten. In den kommenden Quartalen werden die höheren Energiepreise die Inflation auch in der Schweiz weiter anheben.»
Aufwertungsdruck hat zugenommen
Mit Blick auf die Frankenstärke zu anderen Währungen verwies er darauf, dass die Preise in der Schweiz jedoch weniger stark gestiegen sind als im Ausland. «Der reale Wechselkurs berücksichtigt diesen Unterschied, indem er den Wechselkurs um die Preisentwicklungen bereinigt. So hat sich der Franken zum Euro und zum US-Dollar seit 2020 real – trotz einiger Schwankungen – insgesamt wenig verändert», hält Schegel fest.
Mit der Eskalation im Nahen Osten habe der Aufwertungsdruck zugenommen. Eine Aufwertung des Frankens bremst die Teuerung. Die Importe werden günstiger und die Wirtschaftsentwicklung wird gedämpft.
Die gestiegenen Energiepreise werden laut seiner Einschätzung in den nächsten Monaten die Inflation in vielen Ländern weiter erhöhen. Das globale Wachstum dürfte sich vorübergehend verlangsamen. «Die SNB kann das unsichere globale Umfeld nicht ändern. Doch wir können auch unter solchen Bedingungen erfolgreich eine Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes führen. Wir sind bereit, wenn nötig unsere Geldpolitik jederzeit anzupassen, und wir haben die Instrumente dazu», betonte der SNB-Direktor.















