Mit Luxus auf grosse Fahrt: Harley-Davidsons neue Touring-Generation
Harley-Davidson hat Anfang Februar im andalusischen Málaga seine Modell-Neuheiten für die kommende Motorrad-Saison präsentiert. Pünktlich zur 250-Jahrfeier der amerikanischen Verfassung geht das Unternehmen mit Modellen an den Start, die sinnbildlich für das «Grand American Touring» stehen.
Und dabei haben es sich die Ingenieure und Designer des 1903 gegründeten Unternehmens vorgenommen, Maschinen auf die Räder zu stellen, die an Ausstattung, Leistung, Technik und Komfort kaum Wünsche offenlassen. Besonders im Blick dabei die Langstreckentauglichkeit.
Herzstück der Glide-Modelle ist dabei der überarbeitete Motor Milwaukee-Eight VVT 117-V2, der aus 1,9 Litern Hubraum 109 PS bzw. 85 kW Leistung schöpft. Die neue variable Ventilsteuerung sorgt dabei für ein besseres Ansprechverhalten im niedertourigen Bereich und einer harmonischeren Leistungsverteilung über das Drehzahlspektrum hinweg. Die VVT-Technik war bisher den grösseren 121-Motoren der deutlich höherpreisigen CVO-Modelle vorbehalten.
Street Glide Limited (Bild: zVg)
Optisch ist vor allem das «Grand Tour-Pak» prägend, bestehend aus den beiden Seitenkoffern und dem Top-Case, das zugleich als Rückenstütze für die Beifahrerin oder den Beifahrer dient. Insgesamt, zusammen mit den Staufächern in den Frontverkleidungen, bringen es beide «Glide»-Modelle auf 144 Liter Gepäckvolumen. Während die Street Glide mit der beweglichen «Batwing»-Fairing einen eher klassischen Eindruck macht, wirkt die fixe «Sharknose»-Frontverkleidung der Road Glide etwas bulliger. Letztere hat einen höher positionierten Lenker.
Leistung, Sicherheit und Komfort
Intensiv gearbeitet wurde auch an vielen kleinen Detail-Verbesserungen im Vergleich zu den Vorgängermodellen, wie etwa variabel einstellbaren Lüftungslamellen, einem etwas höheren Windschild sowie beheizten Griffen und Sitzen. Zum Komfort gehört auch das grosse TFT-Display, eine neue 200 Watt Audio-Anlage mit vier Lautsprechern, Infotainment, Navigation und Smartphone-Konnektivität.
Road Glide Limited (Bild: zVg)
Auch bei den elektronischen Sicherheitssystemen hat Harley-Davidson mit verschiedenen Fahrmodi, Bremskraftverteilung, ABS, Traction Control, Berganfahrhilfe oder Reifendruckkontrolle ein rundes Paket geschnürt. Bei den Testfahrten auf den teilweise regennassen, engen und kurvenreichen Strassen im bergigen Hinterland Malagas konnten beide Glide-Versionen trotz der nicht optimalen Bedingungen ihre Stärken zeigen.
Pan America 1250 Limited (Bild: zVg)
Ebenfalls in einer Limited-Edition kommt die Pan America 1250 daher. Auch hier hat Harley-Davidson bei der Ausstattung kaum Lücken gelassen. Bei dem Adventure-Tourer sticht ebenfalls sofort der Leichtmetall-Koffersatz mit Top-Case ins Auge. Mit Unterfahrschutz, Auspuffschutz, Kurvenlicht und Zusatzscheinwerfern wird der Abenteuercharakter der Maschine betont. Bei der Fahrdynamik macht sich das kupplungslose Schalten per Quickshift positiv bemerkbar und bei den Fahr-Modi hilft eine Off-Road-Einstellung bei einem Ausflug auf die Schotterpiste oder ins Gelände.
Am Revolution-Max-Motor wurde mit dem neuen Modell nicht weiter gefeilt. Das noch vergleichsweise junge Aggregat bietet zeitgemässe Technik und überzeugt mit hoher Leistungsausbeute, grossem Drehzahlband, Drehfreude und guten Verbrauchswerten.
Ob die agilere und auch mal etwas spritziger bewegte «Pan-Am» oder die eher zum Cruisen einladenden Glide-Modelle, alle machen einen starken Auftritt und mit der Limited-Ausstattung sind sie ab Werk gut ausgestattet.


















