Beat Bühlmann: «An meinen Weinkenntnissen muss ich noch arbeiten»


In der Rubrik Backstage geben interessante Persönlichkeiten aus der Finanzwirtschaft und darüber hinaus jeden Mittwoch Einblicke in ihre ganz persönlichen Vorlieben.


Was tun Sie morgens als Erstes?

Ich bereite das Frühstück für die Familie vor. Falls meine zwei kleinen Töchterchen (Zwillinge) dies nicht zulassen, gilt meine volle Aufmerksamkeit zuerst ihnen.

Was ist das Beste an Ihrem Beruf?

Die Abwechslung. Kein Tag gleicht dem anderen. Neben fixen Terminen nutze ich meine Zeit für die strategische Weiterentwicklung des Geschäfts. Es motiviert und macht Spass, zusammen mit sehr guten Leuten etwas bewirken zu können.

Ein Moment, der Ihr Leben veränderte?

Da gibt es einige. Sicherlich hat das Kennerlernen meiner Frau das Leben einschneidend verändert. Mit ihr durfte ich eine Familie mit 4 Kindern gründen. Auch der Schritt ins Unternehmertum hat mich nachhaltig geprägt. Immer auch verbunden mit vielen Hochs und Tiefs.   

Welche Autos besitzen Sie? Welches ist Ihr Liebstes?

Aus familiären Gründen sind wir inzwischen auf einen Bus angewiesen: Wir setzen auf die Mercedes V-Klasse. Da können auch unsere zwei Hunde noch ab und zu mitfahren.

Welchen Rat würden Sie Ihrem 20-jährigen Selbst geben?

Wissenshungrig sein und der Leidenschaft nachgehen. Das ist eine gute Ausgangslage, um mit einer intrinsischen Motivation das voranzutreiben, was man gerne macht. Dadurch wird der Beruf nicht zur Arbeit, sondern der Beruf zum Hobby und zur Leidenschaft.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Sicherlich auf meine Familie und auch auf die Entwicklung von finpension. Neben Glück brauchte es viele Faktoren, die beides ermöglicht haben. Meine Frau leistet mindestens so viel wie ich und hält mir den Rücken wann immer möglich frei. Dies war für den erfolgreichen Aufbau mitentscheidend und wäre sonst nicht möglich gewesen.

Was tun Sie, wenn Sie Zweifel haben?

Ich gehe joggen und bin danach oft sehr klar im Kopf. Obwohl ich beim Lauftraining nicht an bestimmte Themen, Probleme oder Zweifel denke, sehe ich danach vieles aus der Vogelperspektive. Ich kann Emotionen rausnehmen und erkenne nach einem Training oft einen neuen Lösungsweg.

Was ist Ihr Lieblingswein?

An meinen Weinkenntnissen muss ich noch arbeiten. Ich überlasse die Wahl meistens anderen.

An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?

Wir arbeiten gleichzeitig an sehr vielen Projekten. Wichtige Meilensteine werden die Lancierung eines Hypothekarangebots, die Integration von Finanzplanungs-Tools oder auch die Banklizenz sein. In meiner Rolle arbeite ich praktisch ausschliesslich an der strategischen Weiterentwicklung.

Was bewundern Sie an anderen Menschen?

Jeder Mensch bringt andere Talente und Fähigkeiten mit. Es ist erstaunlich, wie viel bewirkt werden kann, wenn man diese Talente und Fähigkeiten fördert und Verantwortung überträgt. Ich bewundere Personen, die sich dadurch schnell und toll weiterentwickeln. Dies insbesondere in Bereichen, wo mein eigenes Wissen limitiert ist.  

Was wäre die grösste Überraschung für jemanden, der Ihren Job einen Tag lang übernehmen müsste?

Es gibt keine Beschreibung für meinen Job. Jeder Tag sieht anders aus. Überraschend wäre vielleicht, dass der Arbeitstag zeitlich nicht klar geregelt ist. Ich arbeite dann, wann es für mich am besten passt. Das ist keine Last, sondern passt zu meiner familiären Situation und fühlt sich für mich am besten an.

Welches ist Ihr persönlicher Antrieb?

Der persönliche Antrieb hat sich über die Zeit verändert. Heute geht es mir darum, an der Vision des modernen Bankings zu arbeiten. Ich möchte unsere Angebote so gestalten, wie sie mir selbst im Alltag und auch über die Zeit den maximalen Nutzen bringen. Das kann auch sehr radikal sein. Daran zu arbeiten motiviert und treibt jeden Tag an.

Wovor fürchten Sie sich?

Fürchten ist vielleicht der falsche Ausdruck aber der Wichtigkeit der Gesundheit bin ich mir sehr bewusst, auch für die ganze Familie. Darauf achten wir. Trotzdem hat man nicht alles selbst in der Hand.

Ihre Lieblingsuhrenmarke?

Elegante Uhren gefallen mir. Da ich meine freien Mittagspausen jeweils für ein Lauftraining nutze, setze ich aus praktischen Gründen auf Smartwaches. Mit der Garmin werden die Laufkilometer getrackt und über die Samsung Galaxy Watch höre ich Podcasts.

Gibt es einen unerfüllten Traum, den Sie noch verwirklichen möchten?

Wenn ich etwas mehr Zeit finde, möchte ich die 6 grossen Marathon Majors laufen (Berlin, London, Tokio, Boston, New York und Chicago). Dies dann wohl nicht mehr mit einem ambitionierten Zeitziel und eher etwas entspannter.

Ihr bestes Investment?

Ganz klar die Gründung von finpension.


Beat Bühlmann ist CFA- und CAIA-Charterholder sowie Gründer von finpension. Nach einem Betriebswirtschaftsstudium an der Hochschule Luzern arbeitete er über zehn Jahre im Hedgefonds- und Private-Banking-Bereich. Dort erlebte er, wie Innovation oft an alten Strukturen scheitert – und entschied sich, mit finpension eine transparente, moderne Lösung aufzubauen. 2017 gründete er das Unternehmen mit Ivo Blättler. Heute verwaltet finpension über 5 Milliarden Franken.