Papiere von Partners Group im freien Fall
Gemäss einer Mitteilung von Partners Group an Investoren hat sie die Rücknahmen für den «Global Value SICAV Fund» auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts beschränkt. Der Schritt sei erfolgt, nachdem die Rücknahme-Anträge für den Fonds im zweiten Quartal auf rund 9,8 Prozent gewachsen seien, heisst es dazu. Der Fonds umfasst rund 8,6 Milliarden Dollar.
Der «Global Value SICAV»-Fonds hätte zwar über die Liquidität verfügt, um alle Auszahlungen zu tätigen, hiess es auf Anfrage: «Das ist ja aber nicht der Sinn solcher Evergreen-Fonds.»
Es handle sich bei dem Fonds schliesslich ausdrücklich um ein langfristige Anlage und die Liquidität werde zudem teilweise auch für Neuanlagen gebraucht. Die nicht erfüllten Rücknahmebegehren würden nun auf das kommende Quartal verschoben.
Ein Sprecher von Partners Group erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Rücknahmeanträge von vermögenden Privatkunden im gesamten Evergreen-Portfolio des Unternehmens zugenommen hätten. Diese Kunden machten etwa ein Fünftel des verwalteten Vermögens der Plattform und einen «besonders grossen Anteil der Anlegerbasis» von Global Value aus.
UBS: Keine grosse Überraschung
Die Zunahmen bei den Rücknahmeanträgen kommen nicht unerwartet, schreiben die UBS-Analysten in einem Kommentar. Auch für die Citi-Analysten kommen die vermehrten Rücknahme-Anträge nicht unerwartet. Sie verweisen auf «Spillover»-Effekte und eine gestiegene Unsicherheit nach den Marktturbulenzen um Private-Credit-Anlagen.
Das Unternehmen verfügt über mehr als 30 Evergreen-Fonds in fünf Anlageklassen mit einem Gesamtvermögen von über 56 Milliarden US-Dollar. Noch im April erklärte Partners Group, es habe im ersten Quartal eine positive Entwicklung bei der Mittelbeschaffung für seine Private-Markets-Strategien verzeichnet und wollte sich damit von den wachsenden Bedenken hinsichtlich der Stabilität des Private-Credit-Marktes distanzieren. Nun tönt es anders.
Dynamik beschleunigt
Makroökonomische Veränderungen und geopolitische Konflikte hätten die Private-Equity-Märkte in den letzten Jahren belastet. Die branchenweite Volatilität, die bei Private-Credit-Vehikeln begann, habe auf Private Equity übergegriffen, hiess es im Schreiben. «Diese Dynamik hat sich in letzter Zeit beschleunigt und den Fonds beeinträchtigt», erläutert der Zuger Vermögensverwalter.
Da Investoren versuchen ihr Geld aus solchen langfristigen Fonds abzuziehen, haben einige der grössten Vermögensverwalter, darunter Apollo Global Management, KKR, BlackRock und Blue Owl, die Rücknahmen kürzlich schon begrenzt.
Bei den Zugern kommen noch weitere Probleme dazu. Erst im April griff Grizzly Research die Partners Group an und warf ihr vor, dass in den Fonds bis zu 40 Prozent der Anlagen deutlich falsch bewertet sein könnten. Die Partners Group erklärte, die Bewertungen würden von Dritten validiert, und bezeichnete die Behauptungen von Grizzly als «haltlos, verleumderisch und irreführend». Die Schweizer wollen sich gegen die Behauptungen von Grizzly Research wehren.
Kurzfristig reagiert aber offenbar panische Angst bei den Anlegern. Die Aktien verloren bis zum Mittag über 17 Prozent und notieren so tief wie seit sechs Jahren nicht mehr.















