So schneiden Schweizer Banken im KI-Check ab
Der hypt Report Banking Switzerland 2026 hat untersucht, wie Schweizer Banken in führenden Large Language Models wie ChatGPT und Co. wahrgenommen und empfohlen werden. Diese werden laut Mitteilung immer wichtiger. Innerhalb nur eines Jahres stieg der Anteil von künstlicher Intelligenz (KI) an «Geschäftsempfehlungen» von 6 auf 45 Prozent. Die klassische Google-Suche ging demnach auf noch gut 70 Prozent zurück, und eher überraschend liegt offenbar auch Facebook in Sachen Informationssuche wieder zu.

(Grafik: hypt Report Banking Switzerland 2026)
Weitere wichtige Fakten der Untersuchung:
- 82 Prozent der Kundinnen und Kunden lesen KI-generierte Zusammenfassungen von Bewertungen.
- 31 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten nutzen heute ausschliesslich Unternehmen mit einem Rating von 4,5 Sternen oder mehr. Nur knapp 10 Prozent der analysierten Bankfilialen mit über 15 Bewertungen überschreiten diese Schwelle.
- 74 Prozent der Suchenden gewichten nur Rezensionen, die in den letzten drei Monaten verfasst wurden.
- 89 Prozent erwarten eine Reaktion auf ihr Feedback. Wer schweigt oder generische Textbausteine nutzt, verliert nicht nur das Vertrauen, sondern wird von der KI als «inaktiv» eingestuft.
Als Basis der Analyse dienen schlicht die Google-Bewertungen der Schweizer Niederlassungen. Sie fliessen auch in die Antworten der verschiedenen KI-Modelle ein.
Eine wichtige Erkenntnis: Genau zwei Drittel der Filialen verfügen über zu wenige Bewertungen für eine belastbare Aussage. 1'650 weisen weniger als 15 Google-Bewertungen auf und werden im Report-Ranking laut Mitteilung deshalb nicht berücksichtigt. Da Online-Bewertungen eine der zentralen Quellen sind, aus denen Large Language Models (LLM) Empfehlungen ableiten, hat eine schmale Datenbasis direkte Konsequenzen für die KI-Sichtbarkeit einer Filiale. Das durchschnittliche Rating über alle Filialen liegt bei 3,7 von möglichen 5 Sternen, der Median bei 24 Bewertungen pro Standort.
Zürcher Kantonalbank ist der KI-Spitzenreiter
Im neu entwickelten KI-Sichtbarkeits-Score erreicht die Zürcher Kantonalbank (ZKB) einen Wert von 96 Prozent über alle vier getesteten LLM-Systeme hinweg. Dahinter folgen Raiffeisen Schweiz (94 Prozent), die Neobank Neon (91 Prozent), Postfinance (86 Prozent), Migros Bank (82 Prozent), Yuh (79 Prozent) und die UBS mit grossem Abstand bei 68 Prozent.
Der Score beruht auf vier Pfeilern:
- Anteil der Erwähnungen (30 Prozent): Häufigkeit der Nennung im Vergleich zum Wettbewerb über alle Abfragen hinweg;
- Ranking-Position (25 Prozent): Platzierung innerhalb der Empfehlungsliste;
- Sentiment & Tonality (25 Prozent): qualitative Bewertung durch die KI;
- Quellen-Autorität (20 Prozent): Validität und Qualität der herangezogenen Quellen.
Viele Banken haben aktiv Bewertungen gesammelt
Im klassischen Google-Bewertungs-Ranking konnte die UBS ihr Rating innerhalb eines Jahres von 3,70 auf 4,25 Sterne steigern, ein Plus von 0,55 Punkten. Parallel verdreifachten sich die Bewertungen von rund 6'400 auf über 16'600 Stimmen. Die Berner Kantonalbank legte von 3,78 auf 4,22 Sterne zu, die ZKB von 3,47 auf 3,89, die Migros Bank von 4,05 auf 4,30.

(Grafik: hypt Report Banking Switzerland 2026)
Vier KI-Systeme, vier verschiedene Logiken
Die Analyse zeige klare «Persönlichkeitsunterschiede»: Gemini gewichtet Google Reviews und lokale Signale am stärksten. ChatGPT stützt sich auf Medien wie Handelszeitung und Moneyland. Perplexity reagiert auf tagesaktuelle Konditionen, was Neobanken wie Neon und Yuh begünstigt. Claude verfolgt einen analytischen Ansatz, lobt Kantonalbanken für ihre Stabilität und nennt Online-Bewertungen explizit als wichtigste Empfehlungsquelle.
Die Top-Filialen der Schweiz
Spitzenreiter im nationalen Google Review Ranking ist die UBS-Filiale in Davos Platz mit 4,9 Sternen bei 193 Bewertungen, gefolgt von der Raiffeisenbank Mittelrheintal in Widnau (4,9 Sterne, 156 Bewertungen), der UBS in Chur (4,8 Sterne, 284 Bewertungen) und der Raiffeisenbank Züri-Unterland in Neerach (4,9 Sterne, 136 Bewertungen).
Im Ranking der mittelgrossen Banken (20 bis 49 Filialen) führt die Aargauische Kantonalbank mit 4,52 Sternen über alle 32 Standorte hinweg, gefolgt von der Graubündner Kantonalbank (4,07) und der Schwyzer Kantonalbank (3,91). Bei den Grossbanken (mehr als 50 Filialen) liegen die Baloise (4,36 Sterne), die Migros Bank (4,30) und die UBS (4,25) an der Spitze, vor Berner Kantonalbank (4,22) und Raiffeisen (4,20).















