Nach Kursverlusten: Partners Group geht in die Offensive
Der Zuger Private Equity-Spezialist Partners Group hat sich nach jüngsten Marktverwerfungen und einer erhöhten Volatilität bei offenen Evergreen-Fonds (finews berichtete darüber) zu seinen Wachstumsaussichten geäussert. Das Unternehmen erwartet trotz steigender Rücknahmen in einzelnen Fonds weiterhin ein solides Nettowachstum der verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM).
Die Valoren von Partners Group hatten am Mittwoch um 16,33 Prozent eingebüsst.
Brutto-Neugeldern zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar erwartet
Wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst, bestätigt das Unternehmen seine Prognose für das Neugeldgeschäft im Gesamtjahr 2026. Demnach rechnet die Gesellschaft weiterhin mit Brutto-Neugeldern zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar. Grundlage dafür sei eine gut gefüllte Pipeline über institutionelle Mandate, Evergreen-Produkte sowie traditionelle geschlossene Fondsstrukturen hinweg.
Hintergrund der Mitteilung sind erhöhte Rückgabeforderungen bei mehreren Evergreen-Fonds im Markt für Private Assets. Die Entwicklung hatte zunächst Kreditfonds erfasst und zuletzt auch auf Private-Equity-Produkte übergegriffen.
Rücknahmen bei Private-Equity-Fonds
Besonders betroffen ist der Luxemburger Evergreen-Fonds «Global Value SICAV» von Partners Group. Für das zweite Quartal 2026 erreichten die Rückgabeforderungen rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts. Auch bei einem in Delaware domizilierten Private-Equity-Vehikel lagen die Rückkaufanträge mit rund 6 Prozent leicht über der vorgesehenen Schwelle von 5 Prozent.
Darüber hinaus dürften drei weitere etablierte Evergreen-Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund 9,7 Milliarden Dollar Rücknahmen zwischen 3,5 und 5 Prozent verzeichnen.
Liquiditätsgrenzen greifen
Partners Group betonte, dass die Fonds bewusst mit Liquiditätsbeschränkungen von bis zu 5 Prozent des Nettoinventarwerts pro Quartal ausgestattet seien. Diese Mechanismen dienten dem Schutz langfristig orientierter Investoren und würden aktiviert, sobald die vorgesehenen Schwellenwerte erreicht werden.
Für den Global Value SICAV werde diese Begrenzung nun angewendet. Auch bei weiteren Fonds sei man bereit, entsprechende Schutzmechanismen einzusetzen.
Wachstum bleibt intakt
Trotz der erhöhten Rücknahmen erwartet Partners Group, dass die Mittelzuflüsse im ersten Halbjahr 2026 die Abflüsse übersteigen werden. Für das zweite Halbjahr könnte das Nettowachstum der verwalteten Vermögen aufgrund der Entwicklungen bei den Evergreen-Fonds allerdings um 1 bis 2 Prozentpunkte gebremst werden. Ein ähnlicher Effekt wird auch für das Gesamtjahr 2027 erwartet.
Die Gesellschaft verweist dabei auf die breite Diversifikation ihrer Kundenbasis. Rund 80 Prozent der verwalteten Vermögen stammen von institutionellen Anlegern, etwa 20 Prozent von Privatkunden.
Vertrauen in die Portfolios
«Die Liquiditätsmechanismen sind darauf ausgelegt, langfristige Investoren zu schützen und sicherzustellen, dass die Renditen von der Qualität der zugrunde liegenden Beteiligungen und nicht von kurzfristigen Kapitalflüssen bestimmt werden», erklärte CEO David Layton.
Die Portfolios bestünden aus qualitativ hochwertigen Unternehmen, bei denen derzeit umfangreiche Wertsteigerungsprogramme umgesetzt würden. Partners Group sieht deshalb weiterhin attraktive Chancen für ihren auf Transformation ausgerichteten Investitionsansatz.
Als Zeichen des Vertrauens in die eigene Entwicklung öffnet das Unternehmen zudem ab dem 5. Juni ein zusätzliches Zeitfenster für Mitarbeiter, um Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Weitere Informationen will Partners Group mit den nächsten regulären Geschäftszahlen veröffentlichen.















