Ein nahezu perfektes All-Inclusive-Resort in Mexiko
Was bekommt man in Mexiko für umgerechnet 1'000 Franken pro Nacht geboten? Ziemlich viel. Vor allem im spektakulären All-Inclusive-Resort «Grand Velas Riviera Maya» in der Nähe der Tourismushochburg Playa del Carmen. Riviera Maya heisst die ostmexikanische Karibikküste, die für ihre Ruinen der Maya-Zivilisation bekannt ist. Hier gibt es Strand-Resorts wie Sand am Meer, aber das «Grand Velas» ist eine Klasse für sich und passt hervorragend in die Kategorie International Luxury Partner Hotels der 101 Besten.
All-Inclusive auf 400 Hektar
Schon die Zahlen machen klar, dass es sich hierbei um ein Hotel der Superlative handelt: 539 Zimmer, neun Restaurants und sechs Bars auf einer Fläche von 400 Hektar, eingebettet zwischen Traumstrand und Dschungellandschaft. Es dauert ein, zwei Tage, bis ich das riesige Resort und all seine Annehmlichkeiten kennengelernt habe: Von meiner Suite mit Jacuzzi und Meerblick führen mich meine Wege vorbei an zahlreichen Pools zum Fitnessstudio, von dort in den Spa und vor dem Abendessen noch in die «Sky Bar». Was ich bisher für unmöglich gehalten habe: dass ich in einem Hotel solcher Mega-Dimensionen überall mit meinem Namen angesprochen werde.
Ein solcher Service zeugt von einer grandiosen Führung. Chapeau! 400 Hektar, das ist umgerechnet eine Fläche von knapp 600 Fussballfeldern. Und das bedeutet, dass ich – gerade in den heissen Mittagsstunden – nur ungern alle Distanzen zu Fuss zurücklegen möchte. Wie schön, dass es einen klimatisierten Mercedes-Bus gibt, der alle zwei Minuten kommt und mich von A nach B chauffiert. Auch hier werde ich herzlich begrüsst und mit Namen angesprochen. Ich bin beeindruckt.

Entspannung pur im «Grand Velas» mit seinen paradiesischen Pool-Landschaften. (Bild: zVg)
Grosse gastronomische Auswahl von Mexiko-Stadt bis Peking
Eine weitere saftige Überraschung: die mexikanische Küche, die mit ihrer Qualität und Tiefe überzeugt. Klar, auch in Deutschland kennt man Tacos, Guacamole und Co. Aber hier in Mexiko werden diese Klassiker mit einer unglaublichen Kreativität und Qualität zubereitet. Die frischen Zutaten, die kräftigen Saucen, das stundenlang gegarte Fleisch, all das ist grandios. Sogar die mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete «Cocina de Autor» ist im Resort-Preis inbegriffen, einschliesslich der Getränke.
Auch die mexikanischen Weine sind für mich eine Neuheit und eine positive Überraschung. Ja, ich muss wirklich eine Lanze brechen für die mexikanische Küche: vielfältig, tiefgründig und qualitativ hochwertig! An die Würmer, Ameisen und Grillen, die im Restaurant «Frida» serviert werden und die für den Süden des Landes typisch sind, traue ich mich aber doch nicht ran. Dann lieber ins «Sen Lin», ein Fusionrestaurant, das meine geliebte ostasiatische Küche neu interpretiert. Das Sashimi ist hervorragend, ebenso wie die mexikanisch angehauchte Pekingente. Dazu gibt es Live-Jazz und nette Worte des sympathischen Küchenchefs Jhonatan de Jesús Oy Pech.

Pool, Palmen und Karibik: Ein Blick zum Verlieben. (Bild: zVg)
Nahezu perfektes Familienresort mit einer kleinen Schwäche
Das «Grand Velas» ist perfekt für Familien. An den zahllosen Pools tummeln sich die Kleinen, ausserdem locken Karaoke-Abende und Kids-Clubs. Aber auch die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten, zum Beispiel in der japanisch angehauchten «Koi Bar». Alle Cocktails und Getränke sind inklusive, und es kommen nur Markenprodukte ins Glas. Überhaupt ist das «Grand Velas» sehr grosszügig: So finden sich in der Weinkarte neben mexikanischen Etiketten auch grossartige Italiener und Franzosen.

Die Zimmer des «Grand Velas» sind gemütlich, grosszügig – und leider recht hellhörig. (Bild: zVg)
Einen Kritikpunkt muss ich aber doch erwähnen. Die Zimmer sind sehr hellhörig. Wenn abends auf dem Gang Bewegung herrscht oder wenn frühmorgens geputzt wird, dann höre ich das. Das ist nervig und in dieser Preisklasse inakzeptabel – vor allem wenn man bedenkt, dass das Resort einem Bauunternehmen gehört. Wer aber Ohrstöpsel in seine Koffer packt, findet im «Grand Velas» die perfekte Umsetzung des All-inclusive-Konzepts: kalkulierbare Kosten, null Stress, traumhafte Strände und mehr Aktivitäten als Stunden am Tag!
Als früherer Grandhotelier und Betreiber des Rankings «Die 101 besten Hotels» ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für finews schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.
Rath ist zudem Autor. Jüngst ist vom ihm erschienen: «Die 101 besten Hotels Deutschland».














